Die CGIA Mestre hat am 21. August 2026 eine Analyse des Ufficio Studi veröffentlicht, die auf Istat-Daten zu internationalen Wohnsitzwechseln basiert. Ergebnis: Im Zeitraum 2019 bis 2024 erzielte Italien bei 25- bis 34-jährigen Hochschulabsolventen einen positiven Nettosaldo. Rund 78.000 italienische Graduierte dieser Altersgruppe verließen das Land, während nahezu 88.000 junge ausländische Graduierte ihren Wohnsitz nach Italien verlegten. Der daraus errechnete Überschuss liegt national bei gut 9.500 Personen.
Methodisch stützt sich die CGIA auf die von Istat geführten Melderegisterbewegungen, die trasferimenti di residenza. Diese Bilanz zählt ausschließlich formale An- und Abmeldungen und macht damit die rechtlich registrierte Mobilität sichtbar; nicht erfasst werden etwa kurzfristige, nicht gemeldete Aufenthalte. Die Alterskohorte 25 bis 34 Jahre dient in der Analyse als Näherung für „junge Graduierte“.
Für das Jahr 2024 beziffert die CGIA die Abmeldungen italienischer Hochschulabsolventen Richtung Ausland auf 20.711 Personen. Bezogen auf die Zahl der in Italien lebenden Graduierte im Alter von 25 bis 34 Jahren entspricht dies nach Rechnung der CGIA rund 1,1 Prozent. Die CGIA hebt zugleich hervor, dass eine reine Betrachtung der Abwanderungen das Bild verzerren kann, weil Zuzüge hochqualifizierter junger Menschen die Gesamtbilanz maßgeblich beeinflussen.
Die Istat-Statistiken bestätigen steigende Auslandsabgänge und weisen zugleich auf deutliche territoriale Unterschiede hin. Während Teile des Nordens ausgewogenere oder positive Wanderungssalden verzeichnen, fällt die Bilanz im Mezzogiorno negativer aus. In regionalen Berichten aus dem Veneto taucht für 2024 vereinzelt eine Quote von 1,4 Prozent auf; eine solche regionsspezifische Kennziffer ist in der veröffentlichten Notiz der CGIA Mestre jedoch nicht ausgewiesen. Für belastbare regionale Vergleiche sind daher die einschlägigen Istat-Tabellen heranzuziehen.
Der national positive Saldo relativiert die zugespitzte Erzählung einer einseitigen „Fuga dei cervelli“. Zugleich bleibt die Lage regional heterogen. Politische Schlussfolgerungen sollten auf differenzierten regionalen Daten beruhen und prüfen, inwieweit Arbeits- und Innovationsmärkte die Qualifikationen Zu- und Abwandernder aufnehmen. Für das Veneto und andere Regionen gilt: Ohne explizite Ausweisung in den Primärquellen sind nachgerechnete Quoten transparent zu belegen und mit den offiziellen Istat-Reihen abzugleichen.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).