Politik

Assisi: Streit um Umbenennung vor der Rocca Maggiore – Fratelli d’Italia mahnt Verfahren an

Der Vorplatz der Rocca Maggiore in Assisi heißt offiziell „Piazzale della Pace“. Fratelli d’Italia rügt das Vorgehen, richtet eine Diffida an das Comune di Assisi und fordert Veronica Cavallucci zum Handeln auf.

In Assisi ist ein politischer Streit über die Umbenennung des Vorplatzes der Rocca Maggiore entbrannt. Der Platz, bislang als „Piazzale delle Libertà Comunali“ geführt, heißt nach einem Beschluss der Stadtregierung nun „Piazzale della Pace“. Dagegen richtet sich die lokale Fraktion von Fratelli d’Italia mit einer formellen Diffida an das Comune di Assisi. In ihrer aktuellen Stellungnahme bemängelt sie mangelnde Beachtung des vorgeschriebenen Verfahrens und fordert die Vizebürgermeisterin Veronica Cavallucci auf, die „legalità procedurale“ wiederherzustellen.

Tatsächlich liegt eine Deliberazione di Giunta Comunale n. 201 vom 21. November 2025 vor, mit der die Stadtregierung den Namenswechsel auf den Weg gebracht hat. Diese Beschlusslage ist dokumentiert und bildet die formale Grundlage der Umbenennung. Unstrittig ist damit, dass die Giunta den Vorgang politisch und administrativ initiiert hat. Strittig bleibt hingegen, ob alle nach dem Regolamento toponomastica erforderlichen Schritte ordnungsgemäß erfolgt und nachvollziehbar dokumentiert sind. Hierzu zählen aus Sicht der Kritiker insbesondere die Befassung der zuständigen kommunalen Gremien und die vollständige Aktenführung des Verfahrens.

Fratelli d’Italia hatte den Konflikt bereits im Juni 2026 öffentlich gemacht und nun bekräftigt. Die Fraktion spricht von fehlender Transparenz und verlangt Akteneinsicht sowie den Nachweis, dass das Toponomastik-Verfahren regelkonform durchgeführt wurde. Die Stadt verweist demgegenüber auf die vorliegende Beschlussfassung der Giunta und die einschlägigen Regelungen, die den Ablauf festlegen. Eine abschließende Bewertung, ob formelle Pflichten verletzt wurden, ist auf Basis der verfügbaren Informationen derzeit nicht möglich.

Zu trennen sind belegte Tatsachen und politische Zuschreibungen: Faktisch sind die Umbenennung durch den Beschluss vom November 2025 und die anschließende Beanstandung durch Fratelli d’Italia im Jahr 2026. Zugeschrieben sind die Vorwürfe eines Verfahrensverstoßes; deren Stichhaltigkeit hängt von der weiteren Aktenlage ab. Mögliche Folgen des Konflikts sind eine verwaltungsinterne Prüfung und – falls beantragt – eine gerichtliche Klärung. Der Fall berührt in Assisi mehr als nur Formalien: Mit der Rocca Maggiore ist ein Ort hoher Symbolkraft betroffen, und die Wahl des Namens „Piazzale della Pace“ trägt erklärtermaßen ein politisches Signal. Wie verbindlich dieses Signal rechtlich gefasst wurde, muss das Comune di Assisi nun transparent belegen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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