Die Ärztegewerkschaft CIMO-FESMED warnt vor einer Zuspitzung der Bettenknappheit in der Metropolregion Cagliari und fordert die rasche Wiederinbetriebnahme des Ospedale Marino. Auslöser sind nach Gewerkschaftsangaben akute Engpässe am Arnas G. Brotzu. Der dortige Unternehmenssekretär der Gewerkschaft, Emanuele Cabras, erklärte am 27. August 2026, es sei „unvorstellbar, schnelle Krankenhausaufnahmen ohne neue Betten zu garantieren“. Seine zentrale Forderung: kurzfristig zusätzliche Kapazitäten schaffen und den Standort Marino für klinische Aufnahmen wieder nutzbar machen.
Die Aussagen der CIMO-FESMED beziehen sich auf die aktuelle Belegungslage in Cagliari. Bestätigte Regierungsbeschlüsse für eine sofortige Wiedereröffnung des Marino liegen nicht vor. Die ASL Cagliari und die Region Sardinien verweisen jedoch seit Monaten auf eine laufende Neuordnung der territorialen Versorgung. In diesem Rahmen wird der Standort Marino als Teil der Ospedali di comunità geprüft, die vorrangig die Betreuung chronisch kranker und besonders vulnerabler Patientinnen und Patienten übernehmen sollen. Geplant sind nach bisherigen Darstellungen bis zu 40 stationäre Plätze. Ob und in welchem Umfang dieser Ansatz kurzfristig die Akutversorgung und die Notfallkette rund um das Arnas G. Brotzu entlasten kann, ist offen.
Die Gewerkschaft argumentiert, dass organisatorische Anpassungen ohne reale Bettenausweitung nicht genügten. Exemplarisch verweist sie auf Qualitätsziele in der Traumatologie, etwa zügige Eingriffe bei Hüftfrakturen. Engpässe bei Betten führten zu Verzögerungen in Aufnahme, Diagnostik und Operation. Parallel dazu hat die Region Sardinien Personalmaßnahmen angekündigt, darunter Programme zur Stärkung von Pflege und ärztlichem Dienst. Nach Ansicht von CIMO-FESMED sind diese Schritte notwendig, aber ohne zusätzlich verfügbare Plätze am falschen Ende angesetzt.
Politisch liegt die Entscheidungsmacht bei der ASL Cagliari und der Region Sardinien. Kurzfristige Schlüsselvariablen sind die Verfügbarkeit von Personal, die technische und organisatorische Herrichtung der Räume im Ospedale Marino sowie die Einbindung in Notaufnahme, Chirurgie und Rehabilitationspfade. Mittelfristig geht es um die Koordination zwischen Akutkrankenhäusern und Ospedali di comunità, damit Übergänge für ältere und multimorbide Menschen verlässlicher werden. Die Gewerkschaft drängt auf schnelle, überprüfbare Schritte und hält fest, dass ohne neue Kapazitäten der Druck auf das Arnas G. Brotzu anhalten werde.
Die Lage ist durch belegte Überlastung geprägt, die Forderungen der CIMO-FESMED sind klar, und die regionalen Strukturpläne geben einen möglichen Pfad vor. Ein formaler Beschluss zur unmittelbaren Wiedereröffnung des Ospedale Marino steht jedoch weiterhin aus.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).