WhatsApp hat am 30. September 2026 in Italien neue Aufsichtsfunktionen für jugendliche Nutzerinnen und Nutzer freigeschaltet. Nach Angaben von Meta werden Eltern über das zentrale Family Center schrittweise die Möglichkeit erhalten, ausgewählte Privatsphäre- und Sicherheitsoptionen ihrer Teenager einzusehen und zu verwalten. Der Zugriff wird über einen elterlichen PIN geschützt.
Meta nennt als Ziele der Einführung eine klarere Alterszuordnung, strengere Kontaktgrenzen und mehr Transparenz über Privatsphäre-Einstellungen. Im Fokus stehen unter anderem Sichtbarkeitseinstellungen, Profilangaben und Beschränkungen bei Interaktionen. WhatsApp betont, dass die Aufsicht keinen Zugriff auf Nachrichteninhalte eröffnet, da Kommunikation weiterhin Ende-zu-Ende-verschlüsselt bleibt. Die neuen Optionen ergänzen bestehende Voreinstellungen für Teenager-Konten.
Der Schritt folgt auf frühere Maßnahmen: Im März 2026 hatte WhatsApp in ausgewählten Märkten elternverwaltete Konten für Unter-13-Jährige und grundlegende Nutzungslimitierungen eingeführt. Nun erweitert das Unternehmen die Aufsicht für ältere Teenager und bündelt sie im Family Center, das mehrere Meta-Dienste abdeckt. Details zum genauen Funktionsumfang und zum Zeitplan des Rollouts in Italien beschreibt Meta in seinen Herstellerangaben; der Start wurde am Veröffentlichungstag von italienischen Medien wie ANSA und dem Corriere della Sera gemeldet.
Regulatorisch bildet die laufende Debatte in Italien den Hintergrund. Politik und Regulierungsbehörde Agcom diskutieren seit Anfang 2026 stärkere Vorgaben zur Altersverifikation, zum Schutz vor schädlichen Inhalten und zu Sorgfaltspflichten der Plattformen. Anbieter stehen daher unter Druck, praktikable technische Schutzinstrumente bereitzustellen. Ob die neuen WhatsApp-Funktionen die Erwartungen der Regulierer erfüllen, ist offen.
Bewertung und offene Punkte: Die Einführung kann Eltern die Verwaltung zentraler Sicherheitseinstellungen erleichtern. Ungeklärt bleibt, wie zuverlässig das Alter tatsächlich festgestellt wird, welche Metadaten für die Aufsicht verarbeitet werden und wie nachvollziehbar die Einstellungen gestaltet sind. Unternehmensangaben von Meta sind als solche gekennzeichnet; unabhängige Prüfungen zur Wirksamkeit der neuen Aufsichtsfunktionen in Italien liegen derzeit nicht vor. Maßgeblich wird sein, wie verständlich die Einrichtung im Alltag ist und ob mögliche Umgehungen verhindert werden. Agcom und die öffentliche Debatte dürften den weiteren Ausbau und die Wirksamkeit der Maßnahmen kritisch begleiten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).