Umwelt

Trento richtet EuBiReCo aus: Konferenz zum Schutz der Alpen-Biodiversität

Am 5. und 6. November trifft sich die Euregio Biodiversity Research Conference im MUSE in Trento. Mehr als hundert Forschende aus Italien und dem Ausland beraten Methoden und Kooperationen für den Schutz alpiner Lebensräume.

Am 5. und 6. November 2026 tagt die Euregio Biodiversity Research Conference (EuBiReCo) im MUSE – Museo delle Scienze di Trento. Die von MUSE und der Fondazione Edmund Mach organisierte Ausgabe macht erstmals in Trento Station und bringt nach Angaben der Veranstalter mehr als hundert Forschende aus Italien und dem Ausland zusammen. Ziel ist es, aktuelle Befunde zur Artenvielfalt in den Alpen mit praxistauglichen Monitoring- und Schutzstrategien in der Euregio Tirol–Südtirol–Trentino zu verzahnen.

Im Mittelpunkt stehen Methoden, die schnelle ökologische Veränderungen in Hochgebirgen messbar machen und überregional vergleichbar erfassen sollen. Vorgesehen sind Beiträge zu Fernerkundung und Big-Data-Analysen, zu Umwelt-DNA (eDNA), Bioakustik und Fotofallenmonitoring. Ein weiterer Schwerpunkt befasst sich mit dem Gletscher-Rückzug und seinen Folgen für Verbreitung, Genfluss und Wechselwirkungen von Arten entlang der Höhenstufen. Ergänzend wird diskutiert, wie partizipative Forschung und standardisierte Datenschnittstellen die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, Schutzgebietsverwaltungen und Forstdiensten verbessern können.

Das wissenschaftliche Komitee wird von Francesco Rovero (MUSE) und Damiano Gianelle (Fondazione Edmund Mach) geleitet. Internationale Hauptvorträge sind unter anderem von Forschenden der Universität Cambridge sowie aus Spanien und Deutschland angekündigt. Die Veranstalter betonen die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Stärkung langfristiger Kooperationen zwischen Universitäten, Museen und Behörden.

Hintergrund ist der steigende Handlungsdruck in alpinen Systemen durch Erwärmung, Extremereignisse und Landnutzungswandel. Die Konferenz soll zeigen, wie sich KI-gestützte Auswertung, offene Datenstandards und integrierte Messnetze zu einem belastbaren, grenzüberschreitenden Biodiversitätsmonitoring verbinden lassen. Damit verbunden ist die Absicht, Forschungsergebnisse schneller in Managementpläne, Wiederherstellungsmaßnahmen und klimaresiliente Bewirtschaftung einfließen zu lassen.

Politische Beschlüsse sind in Trento nicht vorgesehen. Ob die präsentierten Ansätze zu verbindlichen Vorgaben, gemeinsamen Förderlinien oder dauerhaft finanzierten Monitoringnetzen führen, hängt von Entscheidungen der beteiligten Regionen und Staaten ab. Die Euregio Tirol–Südtirol–Trentino bietet dafür einen institutionellen Rahmen, auf dessen Basis frühere Ausgaben bereits thematische Arbeitsgruppen und gemeinsame Datensammlungen angestoßen haben. Aus Sicht von Fachleuten könnte die diesjährige Auflage ein Test dafür sein, wie kompatibel die Werkzeuge aus unterschiedlichen Forschungsfeldern sind und welche Standards sich für einen breiten Einsatz eignen.

Mit der Tagung erweitert Trento seine Rolle als Knotenpunkt für naturwissenschaftliche Forschung und angewandten Naturschutz im Alpenraum. Ergebnisse und Empfehlungen der EuBiReCo werden voraussichtlich im Anschluss als Tagungsband dokumentiert und in die laufenden Programme von Museen, Universitäten und Verwaltungen der Region eingespeist.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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