In Süditalien haben am 15. und 16. Oktober großflächige Proteste im Straßengüterverkehr begonnen. In Kalabrien, Apulien, Sizilien und der Basilikata blockierten Gruppen von Fahrern und Spediteuren zeitweise Straßen, Hafen- und Tankstellenzufahrten. Laut regionalen Berichten kam es ab dem 16. Oktober zu Engpässen: Mehrere Tankstellen meldeten leere Vorräte, in Supermärkten fehlten vor allem frische Waren wie Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukte. Die Lage wurde bis zum 19. Oktober in den betroffenen Gebieten bestätigt.
Als Auslöser nennen Verbände die gestiegenen Kraftstoffkosten, die insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen im Straßengüterverkehr unter Druck setzen. Conftrasporto sprach von teils spontanen, nicht zentral gesteuerten Aktionen, die die Planung erschweren. Die Regierung in Rom setzte für den 20. Oktober ein Krisentreffen mit Branchenvertretern an. Verkehrs- und Infrastrukturminister Matteo Salvini, zugleich Vizepremier, erklärte, man werde „alles Mögliche“ tun, um die Versorgung zu stabilisieren und Lösungen mit der Branche zu finden.
Zur aktuellen Lage berichten ANSA, Rai und Sky TG24 über lange Schlangen an den verbliebenen geöffneten Tankstellen sowie Verzögerungen bei der Belieferung des Einzelhandels und der Großmärkte. Händler und Verbraucherschützer schildern lokale Preisaufschläge bei einzelnen frischen Erzeugnissen. Produzentenverbände warnen zugleich vor Absatzproblemen, wenn Lieferketten durch Blockaden ins Stocken geraten.
Kurzfristig sind in Teilen des Mezzogiorno Versorgungslücken bei leicht verderblichen Gütern möglich, bis Umleitungen und Nachlieferungen greifen. Mittelfristig dürften im Zentrum der politischen Gespräche Entlastungen für das Transportgewerbe stehen, etwa befristete Zuschüsse, steuerliche Maßnahmen oder ein zeitlich begrenzter Treibstoffrabatt. Ob das Treffen am 20. Oktober rasch Wirkung entfaltet, hängt auch davon ab, inwieweit sich nicht organisierte Protestgruppen an Absprachen binden lassen.
Zahlen zu Umfang und Dauer der Engpässe bleiben heterogen; die Behörden verweisen auf regional unterschiedliche Betroffenheit und dynamische Lagerbestände. Verifizierte Hinweise auf flächendeckende Ausfälle in ganz Italien liegen nicht vor. Die Berichterstattung stützt sich auf Meldungen nationaler und regionaler Medien sowie auf Stellungnahmen von Verbänden und Behörden; eine Neubewertung wird nach dem Krisengespräch erwartet.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).