Kurzmeldung
Beim Rapport „Sussidiarietà e… salute“ der Fondazione per la Sussidiarietà, der am 21. September 2026 an der Università degli Studi dell’Insubria in Varese präsentiert wurde, berichteten die Autorinnen und Autoren über deutliche Zugangsprobleme zu spezialisierten Medizinleistungen in Italien. Kernaussage: Etwa ein Italiener von zehn verzichtet auf einen Facharztbesuch, bei einkommensschwächeren Haushalten liegt die Quote laut Bericht bei rund 12 Prozent, in höheren Einkommensgruppen bei etwa 8 Prozent.
Die Studie verknüpft mehrere Ursachen: lange Wartelisten in Teilen des öffentlichen Systems, direkte Zahlungen der Haushalte (hohe Out-of-pocket-Ausgaben), sowie regionale Disparitäten bei der Versorgungsdichte. Die Fondazione betont, dass die nominalen Gesundheitsausgaben des Staates zwischen 2019 und 2025 gestiegen seien (von 114 auf etwa 136,5 Milliarden Euro) und für 2026 mit rund 142,8 Milliarden Euro veranschlagt würden. Dennoch verhinderten organisationale Defizite und ungleich verteilte Ressourcen, dass Mittel deutschlandweit gleichwertig in erbrachte Leistungen umgesetzt würden.
Bei der Präsentation in Varese sprach unter anderen der Finanzminister Giancarlo Giorgetti über die Notwendigkeit, Mittel nicht nur zu erhöhen, sondern besser zu organisieren, damit sie tatsächlich zu versorgungswirksamen Leistungen werden. Wissenschaftliche Beiträge des Reports heben hervor, dass besonders ältere und fragilere Personen sowie alleinlebende Senioren ein erhöhtes Risiko für Versorgungsabbrüche tragen.
Die Autorinnen und Autoren schlagen einen Dreischritt vor: gezielte Investitionen in territoriale Versorgung und Personal, Maßnahmen gegen übermäßige Eigenbeteiligung und die Stärkung von Koordinationsstrukturen zur kontinuierlichen Patientenbetreuung. Die Befunde stimmen mit anderen jüngeren Analysen überein, die eine Zunahme von privat finanzierten Ausgaben und regionale Unterschiede in der Inanspruchnahme dokumentieren. Für die Redaktion: Die Aussagen beruhen auf dem Rapport „Sussidiarietà e… salute“ (Präsentation 21. September 2026) und auf Berichterstattung zeitnaher italienischer Medien.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).