Eine im Auftrag der Italian Datacenter Association erstellte Studie beziffert das potenzielle Investitionsvolumen in Rechenzentren in Italien für den Zeitraum 2026 bis 2036 auf rund 36,9 Milliarden Euro. Die am 8. Oktober bekannt gewordene Analyse des Beratungsunternehmens Grezya unterscheidet zwischen einmaligen Ausgaben für Bau und Ausrüstung neuer Campus und den laufenden Erträgen im Betrieb.
Laut Studie könnte der direkte operative Mehrwert aktiver Rechenzentren bis 2036 etwa 3,9 Milliarden Euro pro Jahr erreichen. Im Vollausbau-Szenario werden rund 26.000 Vollzeitäquivalente im laufenden Betrieb veranschlagt. Zusätzlich nennen die Autoren über das Jahrzehnt hinweg einen wiederkehrenden Bedarf von ungefähr 20.000 Arbeitskräfteäquivalenten jährlich für Planung, Bau und Inbetriebnahme. Es handelt sich um Projektionen und Szenariowerte, keine Finanzierungszusagen einzelner Vorhaben.
Treiber der erwarteten Entwicklung sind die stark steigende Nachfrage nach Cloud-Diensten, Anwendungen der künstlichen Intelligenz und maschinellem Lernen sowie die zunehmende Digitalisierung von Wirtschaft und Verwaltung. In der Konsolidierung bereits bekannter Projekte mit möglichen Neuvorhaben weist die Studie auf eine Bandbreite hin, die auch Netzinfrastruktur und technische Ausstattung umfasst.
Als zentrale Hemmnisse nennt die Analyse drei Punkte: erstens die sichere Verfügbarkeit elektrischer Leistung und der zügige Netzausbau, zweitens Dauer und Komplexität von Genehmigungsverfahren, drittens der Mangel an qualifizierten Fachkräften entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Branchenvertreter warnen vor regionalen Flaschenhälsen bei Netzanbindung und Umweltverträglichkeitsprüfungen, die Terminpläne und Kosten beeinflussen können. Diese Einschätzungen sind den Autoren und befragten Marktakteuren zugeordnet.
Politik und Verwaltung haben einzelne Vorhaben bereits als von überragendem strategischem Interesse eingestuft und über Verfahrensbeschleunigungen diskutiert. Beobachter betonen, dass klare Vorgaben zur Energieverfügbarkeit, zur Einbindung lokaler Wertschöpfung und zu Umweltauflagen entscheidend für Akzeptanz und Planbarkeit bleiben. Ob und in welchem Tempo das genannte Potenzial gehoben wird, hängt aus heutiger Sicht von diesen Rahmenbedingungen ab.
Volkswirtschaftlich verspricht der Sektor zusätzliche Impulse für Bauwirtschaft, Ausrüster und digitale Infrastruktur. Zugleich erfordert der Ausbau eine koordinierte Energie- und Raumplanung, um Versorgungssicherheit, Emissionsziele und Flächennutzung in Einklang zu bringen. Die Zahlen zu Investitionen, Beschäftigung und Erträgen stammen aus der genannten Studie von Grezya im Auftrag der Italian Datacenter Association; Medienberichte vom 8. Oktober ordnen die Größenordnungen ein, ohne sie durch projektbezogene Finanzierungsentscheidungen zu ersetzen.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).