Gesellschaft

Staatsanwaltschaft beschlagnahmt Zug und Baustelle nach Kollision bei Roccaraso

Nach der Kollision eines historischen Zuges der Transiberiana d'Italia mit einer Arbeitsplattform in Roccaraso hat die Staatsanwaltschaft Sulmona den Zug, den Gleisabschnitt und die Baustelle als Beweismittel sichern lassen. Drei Arbeiter wurden verletzt, einer…

Nach der Kollision eines historischen Zuges der Transiberiana d'Italia mit einer Arbeitsplattform unter einem Brückenbauwerk in Roccaraso hat die Procura di Sulmona den Zug, den betroffenen Gleisabschnitt sowie das Baustellenareal beschlagnahmen lassen. Das teilten mehrere italienische Medien am 11. Oktober 2026 übereinstimmend mit. Bei dem Unfall am 10. Oktober 2026 in der Lokalität Palaghiaccio wurden drei Arbeiter verletzt; einer von ihnen wurde in kritischem Zustand in das Krankenhaus von Pescara verlegt.

Zum Zeitpunkt der Kollision befand sich die Arbeitsbühne nach bisherigen Berichten unter der zu sanierenden Überführung; die herannahende Lokomotive des touristischen Zuges streifte oder rammte das Gerät. Die genaue Dynamik ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Laut regionalen Berichten hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Die Carabinieri nahmen am Unfallort technische und ordnungsrechtliche Prüfungen vor. Medien zufolge wurde das Verfahren dem Sostituto Procuratore Stefano Iafolla zugeteilt. Offizielle Verlautbarungen zu möglichen Verdachtsmomenten lagen zunächst nicht vor.

Die Strecke Sulmona–Carpinone, auf der der historische Verkehr als Teil der Ferrovia dei Parchi betrieben wird, verläuft durch Bergregionen der Abruzzen und erfordert eine enge Abstimmung zwischen Zugverkehr und Baumaßnahmen an Über- und Unterführungen. Aus Rettungskreisen wurde bestätigt, dass Feuerwehr und medizinische Einsatzkräfte den Verletzten vor Ort erste Hilfe leisteten und Verlegungen in Spezialkliniken organisierten. Angaben zu Fahrgästen oder Zugpersonal als Verletzte gab es zunächst nicht.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen nach Medienangaben die Einhaltung von Melde- und Sicherungspflichten bei Arbeiten in Gleisnähe, die Koordination zwischen Baustellenbetreiber, Infrastrukturverwalter und Zugbetrieb sowie mögliche technische oder organisatorische Versäumnisse. Die angeordneten Sicherstellungen dienen der Beweissicherung, etwa zu Sichtverhältnissen, Abständen, Signalisierung und Kommunikationsabläufen vor dem Unfall. Erst die Gutachten und die Auswertung von Dokumentationen sollen klären, ob strafrechtlich relevantes Fehlverhalten vorlag.

Die touristische Transiberiana d'Italia hat in den vergangenen Jahren stark an Zulauf gewonnen; zugleich erhöhen sich mit wachsender Nutzung die Anforderungen an das Sicherheitsmanagement bei Bau- und Instandhaltungsarbeiten entlang der Trasse. Welche Folgen der Vorfall für künftige Baustellenkoordinationen und für den Fahrplan historischer Züge auf der Strecke haben wird, lässt sich derzeit nicht abschätzen. Behörden und Betreiber kündigten an, die Ergebnisse der Untersuchungen abzuwarten.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen