Die Abgeordnete Simonetta Matone hat am 26. Oktober 2026 ihren Austritt aus der Lega erklärt und ist der Fraktion von Forza Italia in der Camera dei Deputati beigetreten. In einer Mitteilung begründete sie den Schritt mit der Ablehnung „souveränistischer Entgleisungen“ und stellte Forza Italia als Ort der moderaten, rechtsstaatlich orientierten Rechten dar. Der Wechsel wurde am Montag in Rom bekannt und in der Kammer bestätigt.
Der Vorgang fällt unmittelbar nach dem Parteitag der Lega, auf dem Matteo Salvini als föderaler Parteichef bestätigt wurde. In italienischen Medien wurde die erneute Führung Salvinis als politischer Kontext für die Neuordnung von Kräften innerhalb des Mitte-Rechts-Lagers gewertet. Forza Italia, geführt von Antonio Tajani, begrüßte Matones Schritt als Stärkung des moderaten Profils der Partei. Die Lega bestätigte den Austritt, ohne auf interne Debatten näher einzugehen.
Simonetta Matone, Juristin, gehört seit dem 13. Oktober 2022 der XIX. Legislatur der Abgeordnetenkammer an. Vor ihrem Einzug ins Parlament war sie über Jahrzehnte in der Justiz tätig. In der Legislatur profilierte sie sich insbesondere in rechts- und ordnungspolitischen Themen. Öffentliche Aussagen Matones hatten in der Vergangenheit die Bedeutung rechtsstaatlicher Garantien und einer pragmatischen Ausrichtung im Mitte-Rechts-Bündnis betont.
Der unmittelbare parlamentarische Effekt des Wechsels bleibt begrenzt: Die Regierungsmehrheit in Italien wird dadurch nicht in Frage gestellt. Politisch signalisiert der Schritt jedoch eine sichtbare Verschiebung innerhalb des Blocks, in dem sich seit Monaten ein Spannungsverhältnis zwischen zugespitzten souveränistischen Positionen und moderateren Linien abzeichnet. Kommentatoren sehen darin ein Zeichen dafür, dass Forza Italia ihren Anspruch bekräftigt, als sammelnde Kraft für moderate Wählerinnen und Wähler im Regierungsbündnis aufzutreten.
Weitere personelle Konsequenzen in den Gremien der Camera dei Deputati sind möglich, etwa bei der Verteilung von Sprecherposten oder in Ausschüssen. Konkrete Umbesetzungen wurden am Montag jedoch nicht bekannt. Aus dem Umfeld von Forza Italia hieß es, der Fokus liege nun auf der inhaltlichen Arbeit an haushalts- und rechtspolitischen Vorhaben der Regierungsmehrheit.
Mit Matones Schritt erhält Forza Italia neue Sichtbarkeit im innerkoalitionären Profilkampf. Ob daraus über den symbolischen Wert hinaus organisatorische oder wahlstrategische Folgen erwachsen, wird sich an künftigen Abstimmungen und Personalentscheidungen im Parlament und in Rom zeigen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).