Der Senat hat am 4. November 2026 das Gesetzespaket Coltiva Italia beschlossen. Das Vorhaben sieht 1,18 Milliarden Euro für den Zeitraum 2026 bis 2029 vor, mit Schwerpunkten auf der Stärkung strategischer Erzeugerketten, auf Forschung und Innovation sowie auf Maßnahmen zum Generationenwechsel in der Landwirtschaft.
Nach der bereits im August gebilligten Fassung der Abgeordnetenkammer schließt die Senatsentscheidung die parlamentarische Beratung ab. Formell folgen nun die Ausfertigung durch den Staatspräsidenten und die Veröffentlichung im Amtsblatt; erst danach tritt das Gesetz in Kraft. Die praktische Umsetzung hängt von Durchführungsbestimmungen und der Abstimmung mit bestehenden Programmen ab.
Die Regierung präsentierte Coltiva Italia als strategische Ergänzung zur regulären Haushaltsplanung. Zuständiger Fachminister ist Francesco Lollobrigida (Ministerium für Landwirtschaft, Ernährungssouveränität und Forsten). Der Gesetzesrahmen sieht unter anderem vor, Kreditzugänge für Betriebe über öffentliche Bürgschaften zu erleichtern. Nach Angaben aus Parlamentsdebatten sollen dafür Instrumente der staatlichen Förderanstalt ISMEA genutzt werden, etwa zur Sicherung von Investitionen und zur Erleichterung des Flächenzugangs für junge Landwirte und Unternehmerinnen.
ISMEA erklärte am 2. November 2026, für die Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen bereit zu sein, sobald die Durchführungsakte vorliegen. Dazu zählen Programme für den Einstieg junger Betriebsleiter, die Unterstützung von Unternehmensnachfolgen und flankierende Dienste zur Risikoabsicherung.
Oppositionsfraktionen stellten im Senat die Angemessenheit einzelner Budgetposten in Frage. Kritisiert wurden insbesondere Lücken bei langfristigen Investitionen in Bewässerungsnetze und beim Schutz vor Pflanzenschädlingen. In den Debattenunterlagen wird auf zusätzliche Bedarfe zum Schutz von Olivenbeständen gegen Xylella verwiesen; hierfür sind teils getrennte Programme im Gespräch. Befürworter betonten dagegen, Coltiva Italia bündele kurzfristig wirksame Anreize und könne mit EU- und Regionalmitteln skaliert werden.
Für den Vollzug sind mehrere Ebenen maßgeblich: die Abstimmung mit dem Rechtsrahmen der Europäischen Union, die Zuständigkeiten der Regionen und die Koordination mit bestehenden Agrarförderlinien. Der Zeitplan und die Reichweite der Mittelvergabe werden daher wesentlich von den anstehenden Verordnungen abhängen. Nach der Veröffentlichung im Amtsblatt liegen die nächsten Schritte bei Ministerium, ISMEA und den Regionen, die operative Kriterien und Auswahlverfahren festlegen und anschließend Ausschreibungen öffnen.
Mit Coltiva Italia setzt Italien einen finanzpolitischen Akzent zugunsten der Landwirtschaft; ob er die strukturellen Investitionslücken schließt, bleibt eine Frage der Ausgestaltung und Kofinanzierung.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).