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Selenskyj warnt vor russischer Hybridkriegsführung gegen Italien

Der ukrainische Präsident sieht Italien als Ziel russischer Desinformation und Cyberangriffe und kritisiert in einem Interview US‑Beschränkungen bei Waffen und Geheimdiensthilfe.

Mailand/Kiew — In einem Interview mit der Tageszeitung Corriere della Sera vom 20. Oktober 2026 hat Wolodymyr Selenskyj Italien als Ziel russischer Hybridkriegsführung bezeichnet. Der Präsident der Ukraine führte aus, Russland kombiniere Desinformation, Einflusskampagnen und Operationen im Cyberraum, um europäische Gesellschaften zu polarisieren und politische Entscheidungen zu beeinflussen. Italien sei in diese Strategie ausdrücklich einbezogen. Die Zuschreibung richtet sich an Russland und Wladimir Putin; unabhängige Belege für konkrete neue Vorfälle in Italien nannte Selenskyj in dem Gespräch nicht.

Selenskyj kritisierte zugleich Beschränkungen der Vereinigten Staaten bei Waffenlieferungen und beim Austausch von Geheimdienstinformationen. Diese Restriktionen seien „real und ungerecht“, sagte er. Die Darstellung beruht auf seiner Schilderung gegenüber dem Corriere della Sera; eine separate Bestätigung aus Washington lag zunächst nicht vor. Nach ukrainischer Lesart schwächten solche Auflagen Kiews Fähigkeiten zur Abwehr russischer Angriffe und zur Unterbindung der von Selenskyj beschriebenen hybriden Aktivitäten.

Für Italien ist der Vorwurf innenpolitisch sensibel. Antonio Tajani erklärte in einem Video-Statement, es gebe keinen belastbaren Hinweis auf unmittelbar bevorstehende russische Angriffe in Italien, zugleich sei eine Form der hybriden Auseinandersetzung im Gange. Damit spiegelt er einen sicherheitspolitischen Grundkonsens in Rom: Offene militärische Risiken werden derzeit niedrig eingeschätzt, Risiken durch Propaganda, Cyberattacken und Einflussoperationen hingegen als anhaltend bewertet. Italiens Nachrichtendienste und die Regierung beobachten entsprechende Lagen seit Längerem; detaillierte aktuelle Fallzahlen wurden nicht veröffentlicht.

Die Aussagen Selenskyjs folgen auf wiederholte Warnungen Kiews vor russischen Kampagnen, die auf Spaltung in Europa zielen. In Italien standen zuletzt Debatten über Falschinformationen in sozialen Netzwerken, die Verwundbarkeit öffentlicher Einrichtungen im Cyberraum und die Resilienz kritischer Infrastrukturen im Vordergrund. Konkrete politische Folgemaßnahmen werden in Rom regelmäßig mit Partnern der Europäischen Union und der NATO koordiniert.

Selenskyjs Vorwürfe adressieren vor allem den politischen Willen westlicher Hauptstädte, die Ukraine weiter zu unterstützen, und zielen auf mehr Spielraum bei Waffen und Aufklärung. Die Reaktion in Italien fällt nüchtern aus: Sicherheitsbehörden bestätigen die Existenz hybrider Bedrohungen, vermeiden jedoch Zuspitzungen ohne überprüfbare Belege. Ob und in welchem Umfang die von Selenskyj kritisierten US‑Auflagen tatsächlich italienische Entscheidungen oder die operative Lage in der Ukraine beeinflussen, bleibt vorerst offen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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