Forza Italia hat am 20. Oktober 2026 im Consiglio regionale della Sardegna einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Photovoltaikanlagen auf Randstreifen, Verkehrsinseln und bislang ungenutzten Flächen entlang der Statale 131 Carlo Felice ermöglichen soll. Die Vorlage zielt auf Abschnitte der rund 230 Kilometer langen Nord-Süd-Achse und ihre Anschlussstellen. Lokale Medien berichteten am selben Tag über den Schritt.
Die Fraktion verweist auf geschätzte Potenziale: Entlang der Trasse könnten – je nach technischer Auslegung und Flächenverfügbarkeit – Anlagen in der Größenordnung von etwa 500 Megawatt entstehen. In den Berichten ist von möglichen Flächen zwischen ungefähr 800 und 1.200 Hektar die Rede. Diese Angaben beruhen auf Dimensionierungen aus der politischen Initiative und stellen keine Ergebnisse förmlicher Fachgutachten oder verbindlicher Flächenausweisungen dar.
Der Vorstoß fällt in eine laufende Neuordnung des Planungsrahmens für erneuerbare Energien in Sardinien. Die Regione Autonoma della Sardegna arbeitet an der Identifizierung geeigneter Zonen, während zugleich Debatten über den Ausgleich zwischen Energieausbau, Raumordnung und Landschaftsschutz andauern. In diesem Kontext steht auch die Auseinandersetzung um die unter dem Schlagwort Pratobello geführten Initiativen, die Fragen nach Zuständigkeiten und Schutzregimen aufwerfen.
Die Befürworter des Gesetzentwurfs betonen mögliche Vorteile: zusätzliche regionale Erzeugung entlang einer zentralen Infrastruktur, geringere Netzverluste durch Nähe zu Verbrauchsschwerpunkten und Impulse für strukturschwache Gemeinden. Kritiker warnen vor Beeinträchtigungen des Landschaftsbilds, Eingriffen in Ökosysteme und Überschneidungen mit bereits laufenden Planungsverfahren. Zudem wird auf die Notwendigkeit verwiesen, Verkehrssicherheit, Wartungszugänge und Leitungsrechte entlang der Trasse zu gewährleisten.
Das weitere Verfahren hängt von Beratungen in den zuständigen Ausschüssen des Consiglio regionale della Sardegna, Stellungnahmen der Fachressorts und der Vereinbarkeit mit regionalen wie nationalen Rechtsvorgaben ab. Je nach Ausgestaltung könnten auch Fragen der Gesetzgebungskompetenz berührt sein, über die im Streitfall die Corte costituzionale zu entscheiden hätte. Bis zu einer Abstimmung sind rechtliche Prüfungen, Anhörungen und mögliche Anpassungen des Textes zu erwarten.
Unabhängig vom Ausgang der Beratungen zeigt die Initiative den Druck, den Ausbau erneuerbarer Energien mit Flächeneffizienz und Akzeptanz zu verbinden. Ob Rand- und Restflächen entlang der Statale 131 Carlo Felice hierfür geeignet sind, wird nun politisch und fachlich zu klären sein.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).