Matteo Salvini hat die Europaabgeordnete Silvia Sardone beim Lega-Treffen in Pontida im September 2026 als Kandidatin seiner Partei für das Amt der Bürgermeisterin von Mailand vorgestellt. Der Parteichef begründete den Vorstoß mit Sardones Verankerung in den Stadtteilen und ihrer Nähe zur Stadt. Der Schritt zielt auf einen Machtwechsel im Rathaus, das derzeit von einer Mitte-links-Mehrheit geführt wird.
Sardone kündigte an, sich auch parteiinternen Vorwahlen zu stellen und ihre lokale Kampagne umgehend zu starten. Bereits im Juni hatten innerparteiliche Gazebowahlen ihren Namen prominent ins Spiel gebracht. Offiziell bestätigt ist damit zunächst die Präferenz der Lega; die gemeinsame Entscheidung des Mitte-rechts-Lagers steht noch aus.
Innerhalb der Koalition kursieren weitere Vorschläge, unter anderem aus Forza Italia und der Liste Noi Moderati. Führungen der beteiligten Parteien betonen, dass die endgültige Personalie gemeinsam von den Koalitionspartnern und den nationalen Leitungsgremien getroffen werde. In den vergangenen Tagen beschrieben mehrere Berichte die Abstimmung zwischen den Parteien als laufenden Verhandlungsprozess. Eine formale Nominierung des gesamten Bündnisses liegt daher derzeit nicht vor.
Sardone ist eine profilierte Kommunalpolitikerin aus Mailand und seit der Europawahl 2019 Mitglied des Europäischen Parlaments. In der Lega gilt sie als Vertreterin eines sicherheits- und ordnungspolitisch akzentuierten Kurses, der in Mailands Außenbezirken auf Resonanz zielt. Salvini knüpft damit an die Strategie an, die Metropole mit einer Kandidatur aus den eigenen Reihen offensiv anzugreifen, statt auf eine parteiübergreifende Kompromissfigur zu warten.
Die Kandidatenfrage in Mailand hat Bedeutung über die Stadt hinaus. Zum einen gilt das Rathaus als politisches Schaufenster Norditaliens mit hoher symbolischer Reichweite. Zum anderen ist die Entscheidung ein Test für die Belastbarkeit der Koalition, die in Rom gemeinsam regiert und in den Regionen meist geschlossen auftritt. Ob die Lega sich mit ihrer favorisierten Lösung durchsetzt oder ob Forza Italia und kleinere Verbündete eine andere Kandidatur durchbringen, wird den weiteren Wahlkampf und die innerkoalitionären Kräfteverhältnisse prägen.
Faktischer Stand: Salvini hat die Unterstützung der Lega für Silvia Sardone öffentlich erklärt; Sardone nimmt die Bewerbung an und zeigt sich für parteiinterne Vorwahlen offen. Die gemeinsame Nominierung des Mitte-rechts-Bündnisses ist noch nicht beschlossen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).