Der Ministerrat hat am 2. Oktober 2026 das Documento programmatico di finanza pubblica (DPFP) gebilligt und dem Parlament übermittelt. Das Ministero dell’Economia e delle Finanze legt darin die Annahmen für die Haushaltsgesetzgebung bis 2029 vor. Nach Regierungsangaben wächst das reale Bruttoinlandsprodukt 2026 um rund 1,0 Prozent; für 2027 bis 2029 werden jährliche Raten zwischen etwa 0,8 und 0,9 Prozent erwartet. Die Wachstumsdynamik fällt damit moderat aus.
Die Schuldenquote bleibt hoch. Laut DPFP liegt sie 2026 bei etwa 138 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, steigt 2027 leicht an und sinkt anschließend nur schrittweise auf rund 136,3 Prozent im Jahr 2029. Finanzminister Giancarlo Giorgetti erklärte, das Defizit werde 2026 unter drei Prozent liegen, 2027 aber auf ungefähr 3,4 bis 3,5 Prozent steigen, bevor es bis 2029 wieder zurückgehe. Diese Zahlen sind zentrale Eckwerte für die Ausrichtung der Haushaltsgesetzgebung in den kommenden Monaten.
Als Gründe für kurzfristige Ausschläge in der Schuldenquote nennt das Dokument Kasseffekte, darunter Nachwirkungen aus steuerlichen Vergünstigungen im Bauwesen. Zugleich betont das Ministero dell’Economia e delle Finanze, dass ein verlässlicher Rückgang der Schuldenquote nur mit dauerhaftem Wachstum und fiskalischer Konsolidierung erreichbar ist. Der fiskalische Spielraum bleibt damit begrenzt, zumal die Zinsentwicklung auf den Kapitalmärkten weiterhin ein Risiko darstellt.
Die Regierung stützt sich bei den Projektionen auf Daten der Ragioneria generale dello Stato und auf aktuelle makroökonomische Annahmen. Externe Ökonominnen und Ökonomen verweisen darauf, dass die Zielpfade anfällig für Schocks bei Energiepreisen, Zinsen und dem Außenhandel sind. Die Regierung hält dagegen, die Annahmen seien vorsichtig gewählt und erlaubten Spielraum für prioritäre Maßnahmen, vorbehaltlich der Beschlussfassung im Parlament.
Mit der Vorlage des Dokuments sind die Leitplanken für die anstehende Haushaltsgesetzgebung gesetzt. Der weitere Verlauf hängt von den Beratungen im Parlament, der Umsetzung einzelner Maßnahmen sowie der Konjunkturentwicklung ab. Klar ist: Ohne spürbare Produktivitätsimpulse und eine robuste Investitionstätigkeit wird das Verhältnis von Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt nur langsam sinken. Das DPFP markiert damit den Startpunkt der Haushaltsdebatte für 2027 und den mittelfristigen Planungshorizont bis 2029, basierend auf den Regierungsangaben vom 2. Oktober 2026.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).