Wirtschaft

PwC schätzt Bahnbedarf bis 2040: Europa 300 Milliarden, Italien bis zu 13 Milliarden jährlich

Eine neue PwC-Auswertung veranschlagt bis 2040 rund 300 Milliarden Euro für Europas Schienennetz. Für Italien nennt sie bis zu 13 Milliarden Euro pro Jahr – finanziert überwiegend aus nationalen Mitteln.

Italienische Medien berichten am 4. November über eine neue Auswertung von PwC, die den Investitionsbedarf für die europäische Schieneninfrastruktur bis 2040 auf rund 300 Milliarden Euro beziffert. Für Italien wird demnach ein jährlicher Finanzierungsbedarf von bis zu 13 Milliarden Euro genannt. Als wichtigste Treiber nennt die Studie den Ausbau der TEN-T-Korridore, die Modernisierung bestehender Strecken und die laufende Instandhaltung.

Laut den Berichten macht PwC deutlich, dass nur ein Teil des Bedarfs über EU-Instrumente abgedeckt wird. Programme wie die Connecting Europe Facility leisten Beiträge, reichen aber nicht aus, um die gesamte Lücke zu schließen. Der überwiegende Anteil dürfte daher aus nationalen Haushalten und – je nach Projekt – über private Kapitalgeber und öffentlich-private Partnerschaften mobilisiert werden. Das entspricht der aktuellen Debatte in Brüssel über die Rolle europäischer Fonds im Vergleich zu nationaler Kofinanzierung.

Für Italien ist der Befund politisch relevant, weil große Vorhaben entlang der TEN-T-Korridore bereits laufen oder geplant sind. Rete Ferroviaria Italiana hat mit dem Programmvertrag 2022–2026 mehrjährige Investitionslinien festgelegt, die Modernisierung, Kapazitätsausbau und Knotenprojekte bündeln. Das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr verweist in seinen Planungsdokumenten zusätzlich auf nationale Mittel und auf Bausteine aus europäischen Programmen. Zusammen zeigt dies, dass der Finanzierungsdruck primär die nationalen Budgets und die Projektpipeline von RFI trifft.

Über die Summenhöhen hinaus betont die Auswertung operative Voraussetzungen für wirksame Investitionen. Dazu zählen eine engere Koordination von Bau- und Wartungsfenstern über Grenzen hinweg, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren sowie eine priorisierte Mittelbindung für Engpassbeseitigung, Knoten und interoperable Systeme. Ohne solche Flankierung riskieren Projekte Verzögerungen und Kostensteigerungen – mit Rückwirkungen auf Haushalte und auf private Investoren.

Die genannten Beträge sind Schätzungen und dienen als Orientierungsgröße bis 2040. Konkrete nationale Projekte folgen eigenen Zeitplänen und Finanzierungsarchitekturen, die je nach Bauvorhaben variieren. Klar ist jedoch: Wenn die angestrebten Ziele auf dem Netz bis 2040 erreicht werden sollen, müssen Italien und andere Mitgliedstaaten frühzeitig verlässliche Finanzierungsquellen sichern und ihre Planungs- und Umsetzungskapazitäten stärken.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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