Politik

Piemont-Präsident Cirio stellt sich gegen Turiner Großmoschee und distanziert sich von Vannacci

Alberto Cirio lehnt das Großmoschee-Projekt in Turin ab und warnt vor politischer Instrumentalisierung. Zugleich unterstreicht der Forza-Italia-Politiker, seine Partei werde Roberto Vannacci nicht folgen.

Alberto Cirio, Präsident der Region Piemonte, hat am 12. Oktober seine Ablehnung des Projekts für eine Großmoschee in Turin bekräftigt. Auf einer Forza-Italia-Veranstaltung erklärte er, er wolle „keine Zentren der Islamisierung“ und werde politische sowie rechtliche Mittel ausschöpfen, um das Vorhaben zu stoppen. Er betonte zugleich, Religionsfreiheit sei zu achten, sehe bei dem Turiner Projekt jedoch offene Fragen zu Trägerschaft, Aufsicht und Finanzierung.

Kern des Streits ist ein Plan für eine große Gebetsstätte auf dem ehemaligen Nebiolo-Gelände. In Turin wird seit Wochen kontrovers diskutiert, wie groß die Anlage werden soll, wer sie tragen und welche Auflagen gelten sollen. Kritiker, darunter Cirio, verweisen auf mögliche Geldflüsse aus dem Ausland und sprechen von einer politisch aufgeladenen Symbolik. Die Initiatoren und Unterstützer des Projekts entgegnen, die Unterlagen seien öffentlich und die Strukturen transparent. Verbindliche Genehmigungen, die den Bau endgültig freigeben, liegen nach Angaben aus dem Rathaus bislang nicht vor.

Kirchliche und kommunale Stimmen mahnen zur Sachlichkeit. Vertreter der Diözese Turin betonen die Bedeutung klarer, rechtsstaatlicher Verfahren. Erzbischof Roberto Repole äußerte sich offen für den Dialog und verwies darauf, dass rechtlich geregelte, transparente Rahmenbedingungen Integration erleichtern können. Auch Mitglieder des Gemeinderats unterstreichen, dass jede Entscheidung an geltendes Planungs- und Baurecht gebunden ist.

Über den lokalen Rahmen hinaus berührt die Auseinandersetzung nationale Fragen: den Umgang mit Religionsfreiheit, die Zulässigkeit und Kontrolle ausländischer Finanzierung von Sakralbauten sowie den politischen Umgang mit Identitätsthemen. Bislang gibt es weder gerichtliche Entscheidungen noch neue Verwaltungsakte, die das Projekt endgültig bestätigen oder stoppen. Die Debatte bleibt damit politisch aufgeladen und rechtlich offen.

In derselben Rede ging Cirio auf Roberto Vannacci ein, den früheren General, der mit einem eigenen politischen Projekt mobilisiert. Cirio wies die Deutung zurück, Forza Italia richte ihre Linie an Vannacci aus, und sagte, man werde „ihn nicht jagen“. Beobachter werten die Distanzierung als Versuch, konservative Kritik am Turiner Projekt von einer weiter rechts stehenden Agenda abzugrenzen und zugleich Geschlossenheit der eigenen Partei zu signalisieren.

Wie es in Turin weitergeht, hängt von konkreten Anträgen, Auflagen und möglichen Einsprüchen ab. Klar ist: Die Stadt steht vor einer Entscheidung, die über Stadtentwicklung hinausweist und Italiens Verhältnis zu Religionsausübung und Integration erneut auf die Agenda setzt.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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