Wirtschaft

Neue Umfragen: Italien liegt bei Investoren vor Spanien und Schweiz

Frisch veröffentlichte Branchenstudien sehen Europa als attraktiven Investitionsstandort. Italien verbessert sich in mehreren Rankings und wird in Teilmärkten vor Spanien und der Schweiz genannt.

Mehrere aktuelle Studien, die in den vergangenen Tagen und Wochen erschienen sind, melden eine verbesserte Investorenwahrnehmung für Europa und eine Aufwertung Italiens. Den jüngsten Anlass setzt eine Auswertung von Il Sole 24 Ore, die auf neue Branchenumfragen verweist und Italien in Teilrankings vor Spanien und der Schweiz einordnet.

Konkret nennt eine am 21. September veröffentlichte Analyse der Deutsche Bank Europa als bevorzugte Zielregion vieler internationaler Unternehmen. Die Befragten sehen Chancen vor allem in ausgewählten Sektoren, während die Einschätzungen je Land differieren. Parallel dazu platziert die Immobilienberatung Cushman & Wakefield Italien in ihrem European Hotel Investor Compass 2026 an der Spitze der europäischen Hotelstandorte; einzelne Städte Italiens rangieren bei den Investorenpräferenzen besonders hoch. Ergänzend zeigt die EY‑Reihe zur Attraktivität für Direktinvestitionen, dass Italien in mehreren Indikatoren gegenüber Wettbewerbern aufgeholt hat, auch wenn die aggregierten Projektzahlen nach Ländern schwanken.

Die Datenquellen unterscheiden sich deutlich: Stimmungsumfragen unter Unternehmenslenkern, Panels institutioneller Investoren und projektbasierte Zählungen von Direktinvestitionen messen unterschiedliche Phasen des Investitionsprozesses. Das erklärt, warum Italien in einem sektoralen Report wie der Hotellerie sehr stark abschneiden kann, während es in breit angelegten FDI‑Rankings nur mittelmäßig rangiert. Darauf weisen auch italienische Regierungsstellen hin: Fortschritte in Bereichen wie Tourismus, digitale Infrastruktur und Forschung stehen bekannten Strukturproblemen gegenüber, darunter eine schwache Produktivitätsentwicklung kleinerer Unternehmen und Lücken bei der Finanzierung wachstumsstarker Mittelständler.

Die jüngsten Ergebnisse belegen vor allem eine verbesserte Stimmungslage. Ob daraus zusätzliche Realinvestitionen folgen, hängt von politischer Verlässlichkeit, Planungs- und Genehmigungsdauern, Energiekosten und dem Zugang zu Kapital ab. Für die Regierung eröffnet die gestiegene Attraktivität die Chance, steuerliche und regulatorische Anreize zu verstetigen und Verfahren zu beschleunigen. Für Investoren bleibt es zentral, Stimmungssignale mit harten Kennzahlen wie tatsächlich angekündigten Projekten, Beschäftigungseffekten und Investitionsvolumina zu hinterlegen.

Prognosen zur weiteren Entwicklung bleiben unsicher und sind an die globale Konjunktur gebunden. Klar ist jedoch: In ausgewählten Sektoren – insbesondere in der Hotellerie und verwandten Dienstleistungen – zählt Italien derzeit zu den gefragtesten Adressen in Europa. Das stärkt das Argument, vorhandene Stärken konsequent auszubauen und gleichzeitig die bekannten Engpässe zu entschärfen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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