Aktuelle Auswertungen für das Jahr 2025 zeigen ein zweigeteiltes Bild der italienischen Energiewende: Bei der Stromerzeugung legten die erneuerbaren Energien zu, zugleich bleibt der gesamte Endenergieverbrauch klar von fossilen Quellen bestimmt. Der Netzbetreiber Terna meldet, dass Erneuerbare 2025 rund 41 Prozent des Strombedarfs deckten. Eurostat beziffert den Anteil Erneuerbarer am gesamten Endenergieverbrauch Italiens auf etwa 21 Prozent. Damit erklärt sich, warum Fortschritte im Stromsektor bislang die Gesamtbilanz nicht umkehren.
Die Analyse von ENEA und weiteren Institutionen verweist auf drei Bremsklötze. Erstens verlangsamte sich der Zubau neuer Anlagen: Nach einem kräftigen Vorjahr stockten Projekte teils an Genehmigungen und am Netzzugang. Zweitens bleibt der Wärmesektor in Gebäuden und Teilen der Industrie weitgehend fossil, weil der Austausch alter Heizsysteme und die Gebäudesanierung schleppend vorankommen. Drittens hält die Abhängigkeit von Erdgasimporten an, um thermische Erzeugung und saisonale Spitzenlasten zu decken.
Die Folgen sind klar: Ohne raschere Genehmigungsverfahren, beschleunigten Netzausbau und gezielte Maßnahmen für Wärme und Effizienz droht Italien beim Tempo der Dekarbonisierung hinter dynamischeren Ländern der Europäischen Union zurückzubleiben. Zugleich mahnen die Daten zur Nüchternheit: Verallgemeinerungen, wonach erneuerbare Energien fossile Grundlagen bereits vollständig ersetzt hätten, sind mit Blick auf den gesamten Endenergieverbrauch nicht gedeckt. Die Strombilanz zeigt Fortschritte, die Energiebilanz insgesamt bleibt 2025 jedoch fossil geprägt.
Operativ ergeben sich prioritäre Handlungsfelder. Beim Netzausbau geht es um schnellere Anbindung neuer Photovoltaik– und Windparks sowie um Speicher und Flexibilität, um wetterabhängige Einspeisung verlässlich zu integrieren. Im Wärmesektor wären klare Investitionspfade für Wärmepumpen, Nah- und Fernwärme sowie industrielle Abwärmenutzung nötig, flankiert durch stabile Förderkulissen. Hinzu kommen zügige, digitale Genehmigungen, einheitliche Standards der Regionen und ausreichende Kapazitäten in Verwaltung und Regulierung.
Prognosen zur künftigen Entwicklung bleiben abhängig von diesen politischen und regulatorischen Entscheidungen. Sicher ist: Je stärker Elektrifizierung, Effizienz und erneuerbare Wärme vorankommen, desto eher spiegelt sich der wachsende Anteil erneuerbarer Stromerzeugung auch in der Gesamtenergiebilanz wider. Bis dahin bleibt Italiens Energieverbrauch, trotz Fortschritten bei der Stromerzeugung, im Jahr 2025 mehrheitlich fossil.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).