Italiens Familien müssen für private Nachhilfe im Schuljahr 2025/2026 spürbar mehr bezahlen. Ein von LeTueLezioni veröffentlichter Preisspiegel (Osservatorio Prezzi 2026), über den Adnkronos am 30. September 2026 berichtete, zeigt auf Basis von mehr als 94.000 aktiven Anzeigen steigende Tarife. Demnach liegt die mediane Monatsbelastung bei rund 54 Euro, wenn eine Stunde pro Woche genommen wird. Auf das Schuljahr gerechnet summiert sich das auf knapp 500 Euro. Der Bericht ist der Anlass der aktuellen Meldung.
Die Erhebung nennt deutliche Preisunterschiede nach Stadt, Fach und Unterrichtsform. In Metropolen wie Mailand und Rom liegen die Stundensätze über dem landesweiten Median, in ländlichen Regionen darunter. Mathematik, Physik und klassische Sprachen zählen zu den teuersten Fächern. Auffällig ist zudem: Online-Unterricht ist in Italien nicht grundsätzlich günstiger als Präsenzunterricht, teils liegen die Preise sogar darüber. Für viele Haushalte steigen die Ausgaben nicht nur wegen höherer Sätze, sondern auch, weil vor Prüfungen zusätzliche Stunden gebucht werden.
Als strukturelle Treiber nennt die Auswertung eine anhaltend hohe Nachfrage nach individueller Prüfungsvorbereitung, erhebliche regionale Unterschiede bei Löhnen und Mieten sowie einen nur begrenzt regulierten, teils informellen Markt. Kontextdaten des Istat zu Bildungsbeteiligung und sozialen Disparitäten stützen die Einschätzung, dass steigende Nachhilfepreise Haushalte mit niedrigerem Einkommen überproportional belasten. Internationale Bewertungen weisen seit Jahren auf ungleiche Chancen beim Zugang zu Unterstützung außerhalb der Schule hin.
Die Folgen reichen über einzelne Haushalte hinaus. Höhere Ausgaben für Nachhilfe können die Chancengleichheit im Bildungssystem schwächen, wenn zahlungskräftige Familien leichter Zugang zu qualifizierten Angeboten erhalten. Plattformen und Agenturen profitieren wirtschaftlich von der Nachfrage, zugleich nimmt der Druck auf Bildungsbehörden und Kommunen zu, mit Förderinstrumenten, schulischen Zusatzangeboten oder sozial gestaffelten Unterstützungen gegenzusteuern. Konkrete politische Maßnahmen sind bislang nicht beschlossen; belastbare Bewertungen erfordern zusätzliche Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme nach Einkommensgruppen und Regionen.
Einordnung und Zuschreibungen: Die genannten monatlichen und jährlichen Belastungswerte sowie die Preisunterschiede nach Fach und Ort stammen aus dem Osservatorio Prezzi 2026 von LeTueLezioni, auf das sich Adnkronos bezieht. Die Bewertung möglicher Folgen für Chancengleichheit und Haushalte basiert auf der Zusammenführung mit amtlichen Statistiken von Istat sowie weiteren Bildungsindikatoren. Prognosen zu politischen Reaktionen bleiben vorbehalten.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).