Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat in Oslo mit dem norwegischen Regierungschef Jonas Gahr Støre über eine engere Energiekooperation gesprochen. Beide Seiten hoben nach dem Treffen die Bedeutung Norwegens als verlässlichen Lieferanten für Europa hervor sowie die Absicht, die Zusammenarbeit bei Energie, kritischen Rohstoffen und Sicherheit auszubauen, wie die Regierung Norwegens mitteilte. Konkrete neue Liefermengen oder Vertragsdetails wurden in den veröffentlichten Erklärungen nicht benannt.
Für Italien steht wenige Wochen vor dem Ende der Einlagerungssaison der Füllstand der Erdgasspeicher im Mittelpunkt. Die Nachrichtenagentur ANSA meldete am 18. September einen Wert von rund 85 Prozent. Zugleich stieg der Gasverbrauch im August im Jahresvergleich um etwa 15 Prozent, vor allem wegen eines höheren Einsatzes von Gaskraftwerken. Der Ausblick auf die Heizperiode falle damit stabiler aus als im europäischen Durchschnitt, so die Berichte.
Der Netz- und Speicherbetreiber Snam hatte bereits im April mitgeteilt, dass die Auktionszuteilungen für die Injektionsphase die Voraussetzungen für das Erreichen der italienischen Speicherziele geschaffen hätten. Damals lag der physisch verfügbare Bestand laut Snam bei etwas über 46,5 Prozent der Kapazität. Seither ist die Befüllung deutlich vorangekommen. Unabhängige Marktindikatoren wie AGSI weisen für September im Mittel niedrigere Füllstände in Teilen der Europäischen Union aus, was die Divergenz zwischen Italien und einigen Nachbarn unterstreicht.
Fachleute verweisen darauf, dass der relativ hohe italienische Speicherstand die nationale Resilienz verbessert, zugleich aber die europäische Lage fragil bleibt. Gründe sind Unsicherheiten auf den Flüssigerdgas-Märkten, witterungsbedingte Verbrauchsschwankungen und die Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern. Politische Signale wie der Besuch in Norwegen können Versorgungspfade absichern, ersetzen jedoch keine vertraglich fixierten Volumina.
Aus Rom und Oslo verlautete, man wolle die Energiebeziehungen strategisch vertiefen. Bislang wurde allerdings kein neues Abkommen veröffentlicht. Beobachter erwarten nähere Angaben, sobald Ressorts in beiden Ländern begleitende Unterlagen zu laufenden Projekten und möglichen Lieferplänen vorlegen. Für Italien bleibt entscheidend, die Speicher bis Ende Oktober weiter zu füllen und zugleich die Nachfrageentwicklung im Stromsektor im Blick zu behalten. Damit sollen Preisspitzen begrenzt und die Versorgungssicherheit zum Winter gestärkt werden.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).