Lombardei

Mailand: Kongress der Associazione Termotecnica Italiana fordert schnellere Pilotprojekte

Der 81. Kongress der Associazione Termotecnica Italiana hat in Mailand den raschen Transfer erprobter Energietechnik in die Industrie gefordert und Koordination zwischen Forschung, Unternehmen und Förderstellen angemahnt.

Der 81. Kongress der Associazione Termotecnica Italiana hat vom 9.–11. September 2026 in Mailand zentrale Weichen für eine beschleunigte industrielle Energiewende diskutiert. Am Dipartimento di Energia des Politecnico di Milano (Campus Bovisa La Masa) forderten Teilnehmende aus Wissenschaft, Unternehmen und Institutionen, zügig mehr technische Pilotprojekte zu starten und Förderinstrumente besser mit industriellen Bedarfen zu verzahnen. Konkrete Finanzzusagen oder Fristen wurden in den veröffentlichten Unterlagen nicht genannt.

Im Fokus standen praktische Schritte zur Dekarbonisierung energieintensiver Prozesse. Schwerpunkte waren Effizienzsteigerungen in Produktionsketten, die Integration von Wasserstoff in sektorgekoppelte Systeme und die Sicherung der Netzstabilität bei wachsendem Anteil erneuerbarer Energien. Mehrere Beiträge verwiesen auf die Bedeutung standardisierter Bewertungsmethoden, um Effizienzmaßnahmen belastbar zu vergleichen und Investitionen zu priorisieren. Die Veranstalter hoben hervor, dass Demonstrationsprojekte in realen Betriebsumgebungen Voraussetzung für Skaleneffekte und sinkende Technologiekosten sind.

Laut Programm präsentierten Forschungseinrichtungen und Branchenverbände Studien und Konzepte für kurz- bis mittelfristige Anwendungen, etwa bei Abwärmenutzung, intelligentem Lastmanagement und dezentralen Speichern. Mit Patrocini von ENEA war die Verzahnung mit nationalen Forschungs- und Innovationsinitiativen sichtbar, hinzu kamen Beiträge von Industrieakteuren und Verbänden wie Elettricità Futura. Alle Angaben zu Agenda, Sprecherinnen und Sprechern sowie Partnerschaften stammen aus den offiziellen Informationsmaterialien der Veranstalter.

Aus Sicht der Industrie wurde wiederholt die Planbarkeit von Rahmenbedingungen adressiert. Dazu zählen verlässliche Förderkonditionen, zügige Genehmigungen und klare Kriterien für Netzzugang und Systemdienstleistungen, wenn Unternehmen Flexibilität bereitstellen. Vertreter des akademischen Bereichs betonten den Wissenstransfer von Hochschulen in Anwendungen und forderten, Reallabore stärker als Brücke zwischen Prototyp und Markthochlauf zu nutzen.

Der Kongress versteht sich als nationales Fachforum mit Wirkung über die Region Lombardei hinaus. Er ordnet die technischen Prioritäten der italienischen Energie- und Industriepolitik, ohne politische Beschlüsse zu setzen. Aussagen zu Marktchancen und Zeitplänen sind den jeweiligen Referenten zuzurechnen; belastbare Ergebnisse sind die gesetzten Arbeitsschwerpunkte: Effizienz, sektorgekoppelte Wasserstoffanwendungen, Netzstabilität und standardisierte Bewertung von Maßnahmen. Für die weitere Jahresplanung gelten damit Inhalte und Vernetzung des Mailänder Treffens als Referenzpunkt für Projekte in Forschung und Praxis am Politecnico di Milano und darüber hinaus.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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