Gesellschaft

Lombardei kürzt Stellen für Italienisch als Zweitsprache

Neue Auswertungen zum Schuljahr 2026/27 zeigen: In der Lombardei sinkt die Zahl der A023-Stellen trotz hoher Nachfrage – Gewerkschaften fordern mehr Personal.

Mailand, 28. September 2026 — Neue Auswertungen zu den Stellen für Italienisch als Zweitsprache belegen für das Schuljahr 2026/27 einen spürbaren Rückgang in der Lombardei. Nach Angaben aus dem Bildungsministerium (MIM), die von Orizzonte Scuola und der Gewerkschaft FLC CGIL aufbereitet wurden, sind landesweit 762 A023-Stellen aktiviert. Die Lombardei führt zwar mit 154 Posten, kommt damit nach Gewerkschaftsberechnungen jedoch nicht auf den benötigten Umfang. Regionalmedien wie Il Giorno berichten über Engpässe an Schulen und in Kursen für Erwachsene.

Die Zahlen werden als Rückgang gegenüber dem Vorjahr gewertet; Auswertungen von Verbänden sprechen von rund 175 weniger aktivierbaren Posten in Italien. In der Lombardei stoßen Schulen mit einem hohen Anteil neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler besonders an Grenzen. FLC CGIL warnt, dass vermehrt Lehrkräfte ohne spezifische Zusatzqualifikation einspringen müssten und Wartezeiten für Sprachförderung zunähmen. Das Bildungsministerium verweist demgegenüber auf den bundesweiten Stellenplan und Prioritäten innerhalb des vorhandenen Rahmens.

Hintergrund ist die seit 2025 gültige Dienstanweisung, nach der zusätzliche Förderung in Italienisch als Zweitsprache vorgesehen werden kann, wenn Klassen mindestens zu 20 Prozent aus neu zugewanderten Kindern bestehen oder wenn viele Lernende das Sprachniveau A2 noch nicht erreicht haben. Die tatsächliche Aktivierung der A023-Stellen hängt jedoch von den regional zugewiesenen Kontingenten ab. Regionen mit besonders vielen Schülerinnen und Schülern mit ausländischer Staatsbürgerschaft, darunter die Lombardei, geraten dadurch in ein strukturelles Missverhältnis zwischen Bedarf und Ausstattung.

Als unmittelbare Folgen nennen Schulen und Weiterbildungseinrichtungen eine geringere Verfügbarkeit spezialisierter Lehrkräfte, häufigere Umwidmungen in andere Fächer und punktuell lange Wartelisten. Daten zu den Erwachsenenbildungszentren (CPIA) und Kommunen deuten auf Unterschiede zwischen den Provinzen hin: Ballungsräume wie Mailand berichten von deutlich höherem Andrang als ländliche Gebiete.

Zur Finanzierung und möglichen Nachsteuerung liegen derzeit nur allgemeine Hinweise vor. Aussagen über künftige Aufstockungen sind an Haushaltsentscheidungen gebunden und zum jetzigen Zeitpunkt offen. Gewerkschaften wie FLC CGIL fordern daher eine kurzfristige Erhöhung der A023-Zuweisungen und mittelfristig stabilere Strukturen, um Alphabetisierung und Integration planbar zu sichern. Der Nachrichtenanlass sind die am 27. und 28. September veröffentlichten Auswertungen und Berichte, die sich auf Ministeriumsangaben stützen und die Lage für 2026/27 neu bilanzieren.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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