Umwelt

Legambiente: Fast 3,7 Millionen Bäume 2025 in Italien gepflanzt, Erhalt wichtiger als Zählung

Die sechste Ausgabe des "Atlante delle Foreste" von Legambiente und AzzeroCO2 meldet für 2025 knapp 3,7 Millionen neu gepflanzte Bäume in Italien. Expertinnen und Verbände mahnen: Pflege, Monitoring und standortgerechte Artenwahl entscheiden über den…

Kurzmeldung

Die Umweltorganisation Legambiente hat gemeinsam mit AzzeroCO2 und mit technischer Unterstützung der Compagnia delle Foreste die sechste Ausgabe des Atlante delle Foreste veröffentlicht. Dem Bericht zufolge wurden in Italien im Jahr 2025 fast 3,7 Millionen Bäume auf mehr als 5.300 Hektar Fläche neu gepflanzt. Das entspricht einer Steigerung von etwa 17 Prozent gegenüber 2024.

Legambiente und die Koautoren werten die Pflanzungen als Beitrag zur Klimaanpassung, zur Abschwächung extremer Hitzeeffekte in Städten und zur Erhöhung der Kohlenstoffbindung. Sie betonen zugleich, dass die bloße Zahl der Setzlinge kein verlässliches Erfolgskriterium darstelle: Entscheidend seien Überlebensraten, die Auswahl standortgerechter Arten sowie verbindliche Pflegepläne über mehrere Jahre. In vielen Regionen, so der Bericht, fehlen derzeit noch standardisierte Verfahren für Erfolgskontrollen und einheitliche Monitoring-Protokolle.

Fachverbände heben zusätzlich soziale und gesundheitliche Vorteile hervor, nennen jedoch die damit verbundenen Unsicherheiten. Die Società Italiana di Medicina Ambientale (SIMA) wird mit der Einschätzung zitiert, dass Investitionen in natürliche Infrastruktur vielfache soziale Werte erzeugen können; konkrete monetäre Bewertungen hängen laut Aussage von Standort, Maßnahme und Berechnungsmethode ab und sind als Näherungswerte zu verstehen.

Politisch steht die Entwicklung in Verbindung mit nationalen Programmen, unter anderem mit Mitteln aus dem nationalen Aufbau- und Resilienzplan, die städtische Aufforstung und grüne Infrastruktur fördern. Legambiente fordert, Pflanzprogramme künftig stärker mit verlässlichen Budgets für Bewässerung, Pflege und Nachpflanzungen zu koppeln, damit die ökosystemaren Leistungen dauerhaft erbracht werden können.

Die aktualisierte Bestandsaufnahme liefert daher eine wichtige Datengrundlage, setzt aber den Schwerpunkt klar auf die Sicherung und Bewirtschaftung der neuen Bestände: Langfristiger Nutzen hänge weniger von einmaligen Pflanzzahlen als von professionellem Monitoring, regional abgestimmter Baumartenwahl und nachhaltiger Finanzierung ab.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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