Am 28. und 29. Oktober 2026 richtet der GAL Gran Sasso Velino in L’Aquila das nationale Forum Leader 2026 aus. Tagungsort sind die Repräsentationsräume von Palazzo Spaventa. Erwartet werden Gruppi di Azione Locale aus ganz Italien sowie Vertreterinnen und Vertreter regionaler Verwaltungen und nationaler Institutionen. Als Gastgeber treten der Präsident des GAL Gran Sasso Velino, Paolo Federico, und der Direktor, Mario Di Lorenzo, auf.
Der aktuelle Anlass ist die gebündelte Programmdiskussion zur LEADER‑Umsetzung in der laufenden Periode und die inhaltliche Vorbereitung der nächsten EU‑Förderphase 2028–2034. Auf der Agenda stehen die Rolle der Lokalen Aktionsgruppen in der Governance ländlicher Räume, Strategien gegen Entvölkerung in Berg- und Binnengebieten, Evaluierung bisheriger Maßnahmen sowie operative Fragen rund um den in Italien diskutierten „Fondo Unico“. Geplant sind thematische Arbeitsgruppen zu Bodennutzung, regionalen Wertschöpfungsketten und Innovationsförderung, ergänzt um Formate mit Praxisbezug.
Die Gruppi di Azione Locale entwerfen und steuern lokale Entwicklungsstrategien, bündeln EU‑ und nationale Mittel und setzen Projekte in Landwirtschaft, handwerklichen und touristischen Wertschöpfungen sowie in der Dorf- und Gemeindentwicklung um. Die Ergebnisse des Forums – Positionspapiere, methodische Empfehlungen und Beispiele guter Praxis – können in die laufende Abstimmung zwischen Regionen und Staat einfließen. Konkrete Entscheidungen über Budgets und Rechtsrahmen treffen jedoch Regierung, Parlament und die EU‑Institutionen; das Forum selbst hat kein Mandat für Mittelzuweisungen.
Hintergrund ist der bevorstehende Zyklus 2028–2034, für den Regionen und das Landwirtschaftsministerium Leitplanken ausarbeiten. Die Erfahrungen der LEADER‑Umsetzung in Italien zeigen teils wirksame Impulse für Diversifizierung und Nahversorgung, zugleich Verzögerungen durch Verfahren, Kofinanzierung und Kapazitäten vor Ort. In L’Aquila sollen diese Spannungen systematisch aufgearbeitet werden: Welche Instrumente beschleunigen Genehmigungen, wie lassen sich Projektportfolios stärker auf Wirkung ausrichten, und wie werden demografische Risiken in peripheren Gebieten adressiert? Diese Fragen prägen nach Angaben der Organisatoren die Arbeitsblöcke der zwei Tage.
Für L’Aquila und die Region Abruzzen markiert das Treffen eine nationale Bühne für Themen der inneren Gebiete, die dort seit Jahren politisch und administrativ priorisiert werden. Der Austausch mit Delegationen aus anderen Regionen soll Unterschiede in der Umsetzung sichtbar machen und Ansätze vereinheitlichen, ohne regionale Besonderheiten zu nivellieren. Ergebnisse und nächste Schritte werden nach Veranstaltungsende zusammengefasst und den beteiligten Institutionen übermittelt.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).