Wirtschaft

Italien warnt vor Ausfällen bei Plastiksammlung wegen Recyclingengpässen

Regionen melden seit Juni akute Probleme bei Abholung und Verwertung von Kunststoffverpackungen. Die öffentliche getrennte Sammlung ist lokal bereits eingeschränkt.

Mehrere italienische Regionen warnen seit Juni bis Anfang September 2026 vor akuten Engpässen in der Verwertung von Kunststoffverpackungen. Demnach sind Sortier- und Lagerkapazitäten ausgelastet, Abholungen verzögern sich, und die öffentliche getrennte Sammlung ist örtlich gefährdet. Am 1. Juli 2026 berief die Region Venetien ein Koordinierungstreffen der gesamten Wertschöpfungskette ein, nachdem Betreiber zunehmende Sättigung in den Sortierzentren gemeldet hatten. In Kommunen wie Sant'Antioco wurden Bürger bereits über temporäre Einschränkungen der Sammlung informiert.

Nach übereinstimmenden Mitteilungen betrifft der Engpass insbesondere das Weiterrouting von bereits selektierten, gepressten Fraktionen aus kommunalen Sortierzentren zu Verwertungsanlagen. Betreiber berichten von ausbleibenden oder verspäteten Abholungen sowie von teils gescheiterten Ausschreibungen für Sekundärrohstoffmengen. Als zusätzlicher Faktor gilt der saisonal erhöhte Anfall von Verpackungsabfällen in den Sommermonaten, der Lagerbestände rasch füllte.

Zentraler Akteur in der Kette ist COREPLA, das landesweite Konsortium für Sammlung, Recycling und Rückgewinnung von Kunststoffverpackungen. Mehrere Regionalverwaltungen, darunter die Region Venetien und Verwaltungen auf Sardinien, haben das Ministerium für Umwelt und Energiesicherheit sowie die örtlich zuständigen Präfekten eingeschaltet. Sie fordern kurzfristige Koordination, um die Kontinuität der Abholungen sicherzustellen. Die Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato hat in jüngeren Jahresberichten strukturelle und regulatorische Fragen im System der Konsortien hervorgehoben; dies liefert einen Hintergrund für die aktuell diskutierten Verantwortlichkeiten, ohne die akute Lage abschließend zu bewerten.

Kurzfristig drohen Unterbrechungen der getrennten Sammlung und ein erhöhter Anteil energetischer Verwertung, falls kein zügiger Abfluss in Recyclinganlagen möglich ist. Kommunen und Betreiber verweisen auf Sicherheits- und Brandschutzrisiken bei überfüllten Lagern. Die Branche nennt zwei Hebel für Entlastung: Erstens Investitionen in zusätzliche Verarbeitungs- und Zwischenlagerkapazitäten, zweitens marktseitige Stützung der Nachfrage nach Rezyklaten, um Abnahme und Preise zu stabilisieren. Regionen verlangen zudem einen verbindlichen nationalen Koordinationsmechanismus und transparente, verlässliche Abholpläne durch COREPLA.

Die dokumentierten Vorgänge beruhen auf offiziellen Regionalmitteilungen, kommunalen Bekanntmachungen und bestätigten Unternehmensinformationen. Prognosen zur Dauer der Engpässe gehen auseinander; ein einheitlicher Zeitplan für eine Normalisierung liegt bislang nicht vor.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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