Italien und Tunesien wollen ihre Kooperation im Gesundheitswesen ausbauen. Bei einem Treffen am 21. September 2026 in Rom vereinbarten der tunesische Gesundheitsminister Mustafa Al-Farjani und sein italienischer Amtskollege Orazio Schillaci, gemeinsame Projekte in der Arzneimittelproduktion und bei medizinischen Gütern voranzutreiben und Partnerschaften zwischen Krankenhäusern beider Länder zu erweitern. Das berichteten die tunesischen Staatsmedien. Aus italienischer Sicht knüpft das Gespräch an die bereits bestehende bilaterale Zusammenarbeit an, für die im Gesundheitsministerium in Rom eine Rahmenarchitektur verankert ist.
Nach tunesischen Angaben verständigten sich die Minister darauf, die bestehende Rahmenvereinbarung zu aktualisieren, um sie an technologische Entwicklungen und aktuelle Versorgungsbedarfe anzupassen. Genannt wurden die Ausbildung von medizinischem Personal, der Austausch von Fachkräften, gemeinsame Forschungsprojekte sowie digitale Gesundheit. Zudem soll der interdisziplinäre One-Health-Ansatz, der menschliche, tierische und ökologische Gesundheit verbindet, stärker berücksichtigt werden. Auf italienischer Seite ist die internationale Gesundheitszusammenarbeit als eigenes Politikfeld im Gesundheitsministerium verankert; einschlägige bilaterale Formate mit Tunesien sind dort dokumentiert. Ergänzend verweist Rom auf eine allgemeine Konventionsgrundlage zur internationalen Gesundheitskooperation, an die bilaterale Projekte andocken können.
Beide Seiten betonten die Bedeutung verlässlicher Lieferketten für Arzneimittel und Medizinprodukte. Ziel ist es, Versorgungssicherheit zu erhöhen, lokale Produktionskapazitäten zu stärken und gemeinsame Qualitäts- und Sicherheitsstandards zu fördern. Konkrete Finanzvolumina oder verbindliche Zeitpläne wurden nicht genannt. Laut den Mitteilungen soll die Ausarbeitung technischer Details auf Arbeitsebene folgen; dazu sind fachliche Arbeitsgruppen vorgesehen.
Das Treffen in Rom ist Teil einer Reihe von Initiativen, mit denen Italien seine gesundheitsbezogene Zusammenarbeit im Mittelmeerraum strukturiert. Das Gesundheitsministerium hat in jüngerer Zeit auch den libyschen Gesundheitsminister zu Gesprächen empfangen; zudem wurde in Tirana ein Memorandum zum Gesundheitssektor zwischen Italien und Albanien unterzeichnet. Der jetzt bekräftigte Schwerpunkt auf Ausbildung, Forschung und Versorgungssicherheit reflektiert sowohl den Bedarf an qualifiziertem Personal als auch die Erfahrungen der vergangenen Jahre mit Engpässen bei kritischen Gütern. Aussagen zu neuen Programmen und Projekten beruhen auf den offiziellen Darstellungen der tunesischen Staatsmedien. Das italienische Gesundheitsministerium verweist auf die bestehende bilaterale Kooperation mit Tunesien und die internationale Gesundheitszusammenarbeit als Politikfeld. Weitere Details stehen nach derzeitigem Stand aus und werden erst mit Abschluss der technischen Abstimmungen erwartet.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).