Polizei & Justiz

Italien und Türkei beraten in Rom über Jugendstrafrecht

In Rom trafen am 16. September 2026 Vertreter des italienischen Jugendjustiz‑Departements und eine Delegation aus der Türkei zu einem fachlichen Austausch über Bewährungsmodelle, Restorative Justice und Alternativen zur Haft zusammen.

In Rom hat am 16. September 2026 ein offizieller Fachaustausch zwischen dem Dipartimento per la giustizia minorile e di comunità und einer Delegation aus der Turchia stattgefunden. Nach Angaben des Ministeriums standen Instrumente der Jugendstrafrechtspflege im Mittelpunkt, darunter die messa alla prova, Verfahren der giustizia riparativa sowie Alternativen zur Unterbringung in geschlossenen Einrichtungen.

Empfangen wurde die Delegation im Büro des Capo Dipartimento. Antonio Sangermano skizzierte die Struktur des italienischen Systems und hob die Bedeutung integrierter Maßnahmen zur Prävention von Rückfällen hervor. Dazu zählen laut Ministeriumsangaben Bildungsangebote, individualisierte Auflagen und die enge Zusammenarbeit mit lokalen Sozialdiensten und gemeinnützigen Trägern.

Zum Programm gehörten Besuche einschlägiger Einrichtungen in Roma und am Istituto penale per i minorenni di Nisida. Die Gäste interessierten sich insbesondere für die praktische Ausgestaltung von Bewährungsauflagen, das Monitoring gerichtlicher Anordnungen und Verfahrensweisen der Zusammenarbeit zwischen Justiz, Sozialdiensten und Schulen. Der Austausch diente nach Darstellung der beteiligten Stellen auch der Vorbereitung gemeinsamer Fortbildungsinitiativen im Rahmen europäischer Programme. Konkrete Beschlüsse über neue Projekte wurden nicht bekanntgegeben; mögliche Folgevereinbarungen sollen in weiteren Gesprächen erarbeitet werden.

Der Termin fügt sich in eine breitere Debatte über die Leistungsfähigkeit der Jugendstrafvollzugsinfrastruktur in Italien ein. In den vergangenen Monaten waren Engpässe, Personalbedarf und bauliche Anforderungen wiederholt Gegenstand parlamentarischer Anfragen und Verwaltungsberichte. Das Ministero della Giustizia verweist in diesem Zusammenhang auf laufende Vorhaben zur Stärkung territorialer Dienste und auf jüngere Kooperationsabkommen, darunter eine Vereinbarung mit UNICEF zum Schutz Minderjähriger in Verfahren.

Ein belastbarer politischer Richtungsentscheid war mit der Visite nicht verbunden. Die italienische Seite nutzte das Treffen, um bestehende Modelle vorzustellen und auf deren Ergebnisse zu verweisen; die türkische Delegation sondierte übertragbare Elemente für das eigene System. Ob daraus bilaterale Projekte entstehen, hängt von nachgelagerten Verhandlungen und der Einbindung externer Förderlinien ab. Für Italien markiert der Austausch gleichwohl einen weiteren Baustein in der Internationalisierung der fachlichen Zusammenarbeit im Jugendstrafrecht.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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