Wirtschaft

Italien steigert 2024 die Mülltrennung auf 67,7 Prozent – Abfallmenge nimmt zu

ISTAT meldet für 2024 mehr Siedlungsabfall pro Kopf, zugleich erreicht die getrennte Sammlung 67,7 Prozent und übertrifft damit weiterhin das nationale Ziel.

Das italienische Statistikamt ISTAT hat am 7. Oktober 2026 neue Zahlen zur Abfallwirtschaft vorgelegt. Demnach stieg die 2024 erzeugte Menge an Siedlungsabfällen in Italien auf 29,9 Millionen Tonnen. Das entspricht durchschnittlich 507,7 Kilogramm pro Einwohner und einem Zuwachs von 2,3 Prozent gegenüber 2023. Parallel wuchs die getrennte Sammlung weiter und erreichte 67,7 Prozent des Gesamtaufkommens – ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr und über dem nationalen Zielwert von 65 Prozent, der seit 2022 überschritten wird.

Die Zunahme der Abfallmenge zeigte sich in allen Großräumen. Am stärksten war sie im Nordost mit plus 4,2 Prozent und 577,1 Kilogramm pro Kopf. Es folgten der Nordwest mit plus 3,2 Prozent (502,7 kg), das Zentrum mit plus 1,2 Prozent (538,2 kg) sowie der Süd- und der Inselraum mit jeweils rund plus 1 Prozent (451,7 beziehungsweise 455,5 kg). Im längeren Vergleich liegt die Pro-Kopf-Menge national weiter unter dem Niveau von 2010.

Auch regional fallen deutliche Unterschiede auf. In der Emilia-Romagna und in der Valle d’Aosta werden besonders hohe Pro-Kopf-Mengen verzeichnet (664,0 beziehungsweise 649,8 Kilogramm). Die Basilikata weist mit 355,1 Kilogramm pro Einwohner den niedrigsten Wert aus. Elf Regionen liegen 2024 über dem nationalen Pro-Kopf-Durchschnitt; neun davon überschreiten zugleich das Ziel von 65 Prozent getrennter Sammlung. Die höchste Quote meldet die Provincia autonoma di Trento mit 82,5 Prozent, gefolgt von Emilia-Romagna und Veneto mit jeweils über 78 Prozent.

Die Erhebung dokumentiert zudem das Verhalten der Haushalte. 2025 geben 93,0 Prozent der Familien an, Papier stets getrennt zu sammeln; für Plastik und Glas werden 92,7 beziehungsweise 92,2 Prozent genannt. Die Trennung organischer Abfälle steigt auf 89,8 Prozent (2021: 86,7 Prozent), die von Aluminium auf 83,9 Prozent (2021: 81,3 Prozent). Bei Altbatterien (51,3 Prozent) und abgelaufenen Medikamenten (54,0 Prozent) kommt es hingegen zu leichten Rückgängen gegenüber 2021. Mit der Qualität der Dienste der getrennten Sammlung sind 72,6 Prozent der Haushalte sehr oder ziemlich zufrieden; die höchsten Werte finden sich im Nordost, die niedrigsten im Zentrum.

Die Zahlen belegen Fortschritte bei der Raccolta differenziata, aber auch eine steigende Abfallmenge. Aussagen über Ursachen und künftige Entwicklungen bleiben offen. Für Kommunen und Regionen ergeben sich daraus Anforderungen an Sammelsysteme, Sortierkapazitäten und Maßnahmen zur Abfallvermeidung, insbesondere dort, wo Pro-Kopf-Mengen hoch sind oder Quoten und Servicezufriedenheit zurückbleiben.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk