Der Dipartimento per le Pari Opportunità bei der Presidenza del Consiglio dei Ministri hat am 9. September 2026 das Avviso für die dritte Ausgabe des Projekts L’Italia delle donne veröffentlicht. Die Ausschreibung zielt auf die Sammlung und Aufbereitung von Biografien von Frauen, die in der öffentlichen Erinnerung bislang wenig präsent, aber lokal oder regional bedeutsam sind.
Das Avviso setzt für 2026 drei thematische Schwerpunkte: Donne della musica, Donne della difesa und Donne di scienza. Zugelassen sind Einreichungen ausschließlich per zertifizierter E‑Mail (PEC) an italiadelledonne@pec.governo.it. Die Frist endet am 18. Dezember 2026 um 16.00 Uhr. Der Zeitraum der zu dokumentierenden Lebensläufe ist begrenzt auf Persönlichkeiten, deren Lebenszeit bis einschließlich 31. Dezember 2021 reicht. Die Maßnahme ist der Strategia nazionale per la parità di genere 2021–2026 zugeordnet.
Antragsberechtigt sind unter anderem Regionen, autonome Provinzen, Kommunen, Archive, Bibliotheken, Forschungseinrichtungen, Universitäten und Schulen. Das Avviso präzisiert formale Anforderungen an Dossiers, Nachweise der Quellenarbeit sowie die digitale Einreichungsmodalität. Nach der Frist ist eine fachliche Bewertung der Vorschläge vorgesehen; anschließend sollen die ausgewählten Biografien in ein nationales Verzeichnis einfließen.
Die jetzige Bekanntmachung knüpft an zwei vorangegangene Runden seit 2024 und 2025 an, die bereits regionale Netzwerke von Archiven, Bibliotheken und Bildungseinrichtungen aktiviert haben. Gegenüber der zweiten Ausgabe wurden die Themenfelder für 2026 neu bestimmt, um weitere Bereiche historischen weiblichen Engagements systematisch zu erschließen. Für öffentliche Einrichtungen ergibt sich daraus ein konkreter Arbeitsauftrag zur Recherche in Beständen, zur Erschließung bislang verstreuter Quellen und zur verständlichen redaktionellen Aufbereitung der Ergebnisse.
Die Veröffentlichung wurde von Regional- und Provinzverwaltungen sowie Kommunalverbänden aufgegriffen und weiterverbreitet, um mögliche Einreicherinnen und Einreicher im föderalen System zu erreichen. Damit verbindet die Regierung Erinnerungsarbeit mit Verwaltungsroutine: Die föderierte Einbindung soll lokale Expertise heben und die Ergebnisse in einen nationalen Rahmen stellen.
Aussagen zum Inhalt und Ablauf des Verfahrens sind dem Avviso des Dipartimento per le Pari Opportunità zu entnehmen. Prognosen zur Wirkung bleiben vorläufig. Der tatsächliche Mehrwert hängt von der Beteiligung der genannten Institutionen, von verfügbaren Ressourcen für Archiv- und Redaktionsarbeit sowie von einer anschließenden breiten öffentlichen Vermittlung ab. Die Frist bis Mitte Dezember schafft dafür einen klaren, im Kalenderjahr umsetzbaren Zeitrahmen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).