In Italien haben am 16. September 2026 die landesweiten Aufnahmeprüfungen für die Studiengänge der Gesundheitsberufe begonnen. Für den Studiengang Pflege (Infermieristica) verzeichnet die Federazione Nazionale Ordini Professioni Infermieristiche (FNOPI) einen deutlichen Zuwachs an Bewerbungen gegenüber 2025. Besonders stark fällt der Anstieg in Neapel aus: An der Universität Neapel Federico II stieg die Zahl der registrierten Kandidatinnen und Kandidaten von 621 (2025) auf 1.013 (2026). Das entspricht einem Plus von 63,1 Prozent.
FNOPI stützt sich auf Rückmeldungen der Hochschulen und ordnet die Entwicklung in einen nationalen Trend ein. Nach übereinstimmenden Angaben von FNOPI und Medienberichten gingen für die Studiengänge der Gesundheitsberufe insgesamt über 68.000 Bewerbungen ein; ihnen stehen 33.958 Plätze gegenüber, die das Ministerium für Universität und Forschung festgelegt hat. Das Ministerium für Universität und Forschung hatte die Kontingente im August mit Blick auf den Bedarf im öffentlichen Gesundheitsdienst bestätigt.
Die Zunahme der Bewerbungen wird von Verbänden und Hochschulen als positives Signal gewertet. Als Gründe nennen sie die anhaltende Nachfrage nach Pflegekräften, verbesserte Berufsaussichten im Servizio Sanitario Nazionale und jüngste Einstellungsprogramme. Zugleich warnen Fachleute, dass höhere Bewerberzahlen kurzfristig nicht in entsprechend mehr Studienplätze münden: Kapazitäten in Lehre und klinischer Praxis seien begrenzt, regionale Unterschiede beträfen sowohl die Zahl der Plätze als auch die Nachfrage.
Vor Ort laufen die Prüfungen nach den jeweiligen Hochschulvorgaben. Die Universität Parthenope in Neapel hat die Einberufung der zugelassenen Kandidatinnen und Kandidaten sowie die Prüfungsmodalitäten für den 16. September 2026 amtlich veröffentlicht. Auch andere Universitäten informierten über Termine, Räume und Verhaltensregeln. Die Verfahren sind landesweit einheitlich terminiert, die Durchführung liegt jedoch in der Verantwortung der einzelnen Einrichtungen.
Die aktuellen Zahlen unterstreichen, dass die Aufnahmetests zu einem Nadelöhr werden können. Während der Bewerbungsdruck in Metropolen wie Neapel spürbar zulegt, bleibt die Herausforderung, Ausbildungskapazitäten dorthin zu verlagern, wo sie für die Versorgung gebraucht werden. FNOPI und Universitäten fordern daher, Planung, Praxisplätze und Personalausstattung an Kliniken noch enger mit den festgelegten Quoten zu verzahnen. Ob der diesjährige Zulauf in der Pflege die bekannten Engpässe mittel- bis langfristig mindert, hängt nach Einschätzung von Branchenvertretern von der Stabilität der Finanzierung, regionalen Anreizen und der Bindung von Absolventinnen und Absolventen an das öffentliche System ab.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).