Kultur

Italien nominiert sardische Nuraghen für die UNESCO-Welterbeliste

Das Ministerium für Kultur hat am 21. September 2026 das serielle Dossier zur protourgeschichtlichen Sakrallandschaft Sardiniens als nationale Kandidatur bei der UNESCO eingereicht. Damit beginnt in Paris die fachliche Vorprüfung.

Italien hat am 21. September 2026 die Kandidatur „Architettura e spazi di culto, la sacralità della Sardegna protostorica“ bei der UNESCO eingereicht. Das Ministerium für Kultur benennt damit ein serielles Dossier, das die wichtigsten Zeugnisse der sardischen Protostoria zusammenführt. Die Vorprüfung durch die zuständigen Gremien in Paris ist damit eingeleitet, ein Eintrag in die Welterbeliste ist damit jedoch nicht verbunden.

Im Zentrum stehen nicht nur die markanten Turmbauten der Nuraghen, sondern die Kombination aus Kultarchitektur und Bestattungsplätzen: Quellheiligtümer (Pozzi sacri), kollektive Grabmonumente (Tombe dei Giganti) und Tempelensembles. Nach Darstellung der Antragsteller dokumentieren diese Stätten ein zusammenhängendes Kulturphänomen im westlichen Mittelmeerraum und eine eigenständige religiöse Praxis der Inselbevölkerung über mehrere Jahrhunderte.

Das Projekt stützt sich auf Arbeiten, die seit 2020 von regionalen Institutionen, Universitäten und Fachstellen koordiniert werden. Die Regierung Sardiniens hat die Initiative politisch unterstützt und weitere Abstimmungen zu Schutz, Pflege und Zugang angekündigt. Konkrete Finanzierungs- und Zuständigkeitsentscheidungen folgen separaten Beschlüssen auf regionaler und nationaler Ebene.

Der Ablauf sieht vor, dass die italienische Kandidatur nach der nationalen Priorisierung der UNESCO-Vertretung übermittelt und von den beratenden Fachgremien geprüft wird. Diese bewerten unter anderem den außergewöhnlichen universellen Wert, den Erhaltungszustand und das Managementsystem. Die Welterbekommission entscheidet zu einem späteren Zeitpunkt in einem eigenen Abstimmungsvorgang. Bis dahin können Nachforderungen, Ergänzungen am Dossier und technische Missionen vor Ort erfolgen.

In Italien und auf Sardinien wird die Bewerbung bereits als kultur- und wirtschaftspolitische Chance diskutiert. Befürworter erwarten Impulse für Forschung, Restaurierung und einen qualitätsorientierten Kulturtourismus. Kritische Stimmen verweisen auf die Verletzlichkeit der Stätten und fordern belastbare Besucherlenkung, Pflegepläne und lokale Steuerungsmechanismen, um wachsenden Andrang ohne Substanzverlust zu bewältigen.

Festzuhalten ist: Der Schritt vom 21. September 2026 markiert den offiziellen Beginn der internationalen Prüfung. Er ist weder eine Vorentscheidung noch ein Garant für einen späteren Status als Welterbe. Aussagen über den Ausgang sind derzeit Spekulation; sie hängen von den noch ausstehenden fachlichen Bewertungen und den Beschlüssen der Welterbekommission ab.

Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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