Aktuelle Erhebungen zum Testamento Solidale bestätigen in Italien eine stabile Bereitschaft zu testamentarischen Zuwendungen: Rund 23 Prozent der Befragten geben an, ein Vermächtnis zugunsten einer gemeinnützigen Organisation verfügt zu haben oder dies zu erwägen. Die Daten wurden am 10. September 2026 in Rom vom Comitato Testamento Solidale und vom Consiglio Nazionale del Notariato präsentiert und beziehen sich auf Untersuchungen bis einschließlich 2024/2025.
Zentral ist neben der konstanten Quote die wachsende finanzielle Bedeutung für Organisationen des Dritten Sektors. Nach Angaben des Comitato Testamento Solidale stieg der Anteil der aus Vermächtnissen (italienisch: Lasciti) erzielten Erträge am gesamten Fundraising großer gemeinnütziger Träger von etwa 8 Prozent im Jahr 2020 auf rund 14 Prozent im Jahr 2024. Das Consiglio Nazionale del Notariato verweist zugleich auf eine anhaltend solide Nachfrage nach Beratung im Notariat, was die Verankerung des Instruments in der Praxis unterstreicht.
Die Erhebungskulisse kombiniert repräsentative Bevölkerungsumfragen, eine Befragung innerhalb des Notariats sowie Datenanalysen von WaldenLab, die seit 2013 Entwicklungen der Spenden- und Vermächtniskultur in Italien dokumentieren. Methodisch handelt es sich um wiederkehrende Messungen mit vergleichbaren Frageblöcken, die Trends über mehrere Jahre sichtbar machen. Die nun in Rom vorgestellten Ergebnisse verdichten diese Einzelbefunde zu einem konsistenten Lagebild.
Die gleichbleibend hohe Bereitschaft in Verbindung mit steigenden realen Zuflüssen deutet auf eine wachsende Bekanntheit des Instruments, eine professionellere Abwicklung durch begünstigte Organisationen und eine verstärkte Inanspruchnahme notarieller Beratung hin. Für den Dritten Sektor erhöht dies die Planbarkeit von Einnahmen und könnte die Diversifizierung der Mittelquellen vorantreiben. Daraus ergeben sich praktische Folgen für das Fundraising, die Nachlass- und Steuerberatung sowie für Governance-Fragen in Organisationen, die Vermächtnisse annehmen und verwalten.
Zugeschriebene Aussagen und Grenzen: Alle genannten Zahlen stammen aus den Veröffentlichungen des Comitato Testamento Solidale, dem Consiglio Nazionale del Notariato und den Analysen von WaldenLab. Aussagen über künftige Zuwächse gehen über die vorliegenden Daten hinaus und werden hier nicht getroffen. Für die Bewertung einzelner Rechts- und Steueraspekte bleibt die Beratung im Notariat maßgeblich.
Die Ergebnisse besitzen landesweite Relevanz: Sie betreffen zentrale Finanzierungsströme des Dritten Sektors in Italien und berühren damit öffentliche Wohlfahrt, Zivilgesellschaft und die Praxis des Notariats gleichermaßen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).