Italien belegt für das Berichtsjahr 2025 den zweiten Platz unter den großen europäischen Staaten beim Anteil verstorbener Organspender pro Million Einwohner. Das geht aus der internationalen Auswertung Newsletter Transplant 2026 des Europarats hervor, deren Ergebnisse der Centro Nazionale Trapianti (CNT) am 12. Oktober 2026 für Italien bestätigt hat.
Laut CNT lag Italien 2025 bei 30,9 verstorbenen Spendern pro Million Einwohner. Spanien führte mit 53,2, gefolgt von Frankreich mit 28,7, dem Vereinigten Königreich mit 20,7 und Deutschland mit 11,7 Spendern pro Million Einwohner. Der Vergleich bezieht sich ausdrücklich auf große europäische Länder mit ähnlicher Bevölkerungsgröße und Systemstruktur. Grundlage sind standardisierte Indikatoren pro Million Einwohner, um demografische Unterschiede zu berücksichtigen.
Die Newsletter Transplant 2026 wird vom Europarat erstellt und stützt sich auf gemeldete, bestätigte und tatsächlich realisierte Spenden. Italien meldete für 2025 zudem Fortschritte in mehreren Bereichen der Spende- und Transplantationsaktivität. Der CNT verzeichnete Bestwerte bei der Gesamtzahl der Organspenden sowie eine weitere Ausweitung der Gewebespende, unter anderem bei Hornhäuten, Haut, Plazenta und Amnionmembranen. Deutlich zugenommen hat auch die Zahl der Spenden nach Kreislaufstillstand (DCD). Die europäischen Analysen wurden am 6. Oktober 2026 veröffentlicht; sie basieren auf Daten, die vielfach in Zusammenarbeit mit der spanischen Organización Nacional de Trasplantes erhoben und aufbereitet werden.
Die Platzierung spiegelt die Leistungsfähigkeit der italienischen Transplantationsorganisation und die enge Vernetzung von Kliniken, Gewebebanken und Koordinationsstellen wider. Fachgesellschaften und der CNT verweisen jedoch auf strukturelle Aufgaben. Dazu zählen regionale Unterschiede in der Spendergewinnung, eine im europäischen Vergleich weiterhin relevante Quote verweigerter Zustimmungen bei amtlichen Erklärungen sowie die Notwendigkeit, Wartelisten, Nachsorge und Qualitätskontrollen weiter zu verbessern. Zugeschriebene Forderungen aus dem Fachbereich zielen auf anhaltende Aufklärungskampagnen und eine stärkere operative Koordination auf lokaler Ebene.
Prognosen sollten vorsichtig interpretiert werden: Ob Italien seine Position halten oder ausbauen kann, hängt von stabilen Spenderzahlen, effizienter Koordination in den Entnahmekrankenhäusern und der weiteren Reduktion von Ablehnungen ab. Der CNT will die Entwicklung mit halbjährlichen Statusberichten transparent dokumentieren. Alle hier genannten Werte beziehen sich auf 2025; der aktuelle Nachrichtenanlass ist die Veröffentlichung der Newsletter Transplant 2026 und die nationale Bestätigung der Zahlen im Oktober 2026.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).