In Rom haben Vertreter des Comitato Testamento Solidale am 11. September 2026 neue Forschungsergebnisse und eine Informationskampagne zu gemeinnützigen Vermächtnissen vorgestellt. Rossano Bartoli, Sprecher des Komitees und Präsident der Lega del Filo d’Oro, sprach von einer wachsenden Kultur der Solidarität und verwies auf steigende Bekanntheit und Akzeptanz des Instruments in der Bevölkerung.
Kern der Präsentation war eine vom Institut Walden Lab erstellte Untersuchung im Auftrag des Komitees. Demnach geben inzwischen rund 78 Prozent der erwachsenen Italienerinnen und Italiener an, den Begriff lascito solidale (testamentarische Zuwendung an eine gemeinnützige Organisation) zu kennen. Zugleich nehme die Vorstellung ab, Vermächtnisse seien ein Vorrecht sehr vermögender Personen; sie würden zunehmend als niedrigschwellige Möglichkeit gesehen, Forschung, Gesundheits- und Sozialdienste sowie karitative Projekte dauerhaft zu unterstützen. Die Zahlen stammen aus den vom Komitee veröffentlichten Studienunterlagen und wurden bei der Veranstaltung zusammengefasst.
Begleitet wurde die Vorstellung von der Kampagne „Effetto domino: la generosità che muove il mondo“, die an die Giornata Internazionale del Lascito Solidale anknüpft, die jährlich am 13. September begangen wird. Ziel ist es, Informationen zum rechtlichen Rahmen und zu Gestaltungsmöglichkeiten breiter zugänglich zu machen und Berührungsängste abzubauen.
Juristisch wurde hervorgehoben, dass das italienische Erbrecht die Pflichtteilsrechte naher Angehöriger schützt. Bartoli betonte, korrekt abgefasste Testamente zugunsten gemeinnütziger Organisationen gefährdeten diese Rechte nicht; er riet zugleich zu fachkundiger Beratung. Der Consiglio Nazionale del Notariato verweist seit Jahren in Informationsangeboten auf transparente Abläufe, klare Formulierungen und die Dokumentation des letzten Willens als zentrale Elemente, um Konflikte mit Erben zu vermeiden.
Hintergrund: Das 2013 gegründete Comitato Testamento Solidale ist ein Zusammenschluss von Non-Profit-Organisationen, darunter die Lega del Filo d’Oro, und koordiniert Aufklärungskampagnen zu Vermächtnissen. In den vergangenen Jahren wurden wiederholt Aktionen mit Beteiligung des Notariats und von Akteuren des Dritten Sektors durchgeführt, um Wissen über Testamente zu verbreiten und Vertrauen zu stärken.
Folgen und Einordnung: Wachsende Bereitschaft zu Vermächtnissen könnte den Finanzierungs-Mix des italienischen Dritten Sektors stabilisieren, gerade in Bereichen wie Forschung, Gesundheitsversorgung und sozialen Diensten. Zugleich steigt die Bedeutung rechtlicher Beratung und nachvollziehbarer Kommunikation der Organisationen, um die Erwartungen von Spenderinnen und Spendern sowie die Rechte von Erbinnen und Erben in Einklang zu bringen.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).