Kurzmeldung
Italienische Behörden diskutieren einen Entwurf zum neuen Codice della Strada, der erstmals die Vergabe personalisierter Kfz‑Kennzeichen vorsehen könnte. In Medienberichten und internen Papieren, die am 28. Oktober 2026 öffentlich thematisiert wurden, ist von einer Gebühr von 600 Euro für ein Kennzeichenpaar bei Autos und von 360 Euro für Motorräder die Rede. Diese Beträge erscheinen in den Entwurfsunterlagen als Zusammenstellung einer Basiskomponente und eines ministeriellen Zuschlags, sind jedoch noch nicht verbindlich.
Rechtlich ist die Neuerung abhängig von einer nachgeordneten Durchführungsverordnung des Ministero delle Infrastrutture e dei Trasporti. Erst mit dieser Verordnung würden verbindliche Regeln zu Preisen, Antragsverfahren, Reservierungsfristen und zur Liste unzulässiger Zeichenfolgen feststehen. Das bisherige italienische System sieht fortlaufend zugeteilte Nummernschilder vor; der Entwurf würde diese Praxis nur teilweise ändern und Ausnahmen, etwa bei beleidigenden, irreführenden oder markenrechtlich geschützten Kombinationen, regeln.
Organisatorisch ist vorgesehen, dass das Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato die physische Fertigung der Schilder übernimmt und die Motorizzazione civile Antrags‑ und Prüfprozesse einrichtet. Technische Abstimmungen mit dem Pubblico registro automobilistico sind notwendig; Fachleute erwarten, dass Aufbau und Testphase mehrere Monate beanspruchen. Mehrere Berichte nennen einen frühesten operativen Beginn nicht vor 2027 oder sogar 2028, je nachdem, wann die Durchführungsverordnung in Kraft tritt und wie lange die technischen Vorarbeiten dauern.
Befürworter betonen die Wahlfreiheit für Fahrzeughalter und mögliche Mehreinnahmen für den Staat. Kritiker warnen vor zusätzlichem Verwaltungsaufwand, Konflikten mit Markenrechten und möglichen Verwechslungsrisiken im Verkehr, wenn etablierte Serienfolgen durchbrochen werden. Solange die Durchführungsverordnung fehlt, bleiben Preisangaben, Sperrregeln und das genaue Inkrafttreten provisorisch. Die Entscheidung liegt beim Ministero delle Infrastrutture e dei Trasporti; ein flächendeckender Start ist vor den noch ausstehenden Rechtsakten nicht zu erwarten.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).