Wirtschaft

Italien bleibt zurück bei adaptiver Führung und Frauen in operativen Spitzenrollen

Unterschied zwischen repräsentativer Präsenz in Aufsichtsgremien und tatsächlicher Macht in Linienfunktionen bremst adaptive Führung — Befunde aus SDA Bocconi, Grant Thornton und Agenturmeldungen bestätigen den Befund.

Kurzmeldung

Aktuelle Untersuchungen und Berichte bestätigen: Italien verzeichnet Fortschritte bei der Sichtbarkeit von Frauen in Aufsichtsgremien, bleibt aber bei adaptiver Führung und bei Frauen in operativen Spitzenfunktionen hinter vielen europäischen Vergleichsländern zurück. Dies ergibt sich aus der jüngsten Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der SDA Bocconi und dem internationalen Grant-Thornton-Bericht sowie aus Agentur- und Presseberichten.

Die School of Management der SDA Bocconi hebt hervor, dass adaptive Führung — die Fähigkeit, in unsicheren Kontexten rasch zu lernen, bereichsübergreifend zu entscheiden und auf Daten gestützt Prioritäten zu setzen — zentral für die organisatorische Resilienz ist. Gleichzeitig zeigen die Daten von Grant Thornton im Report Women in Business 2026, dass zwar Sichtbarkeit und bestimmte Funktionen wachsen, die Verteilung nach Funktionsbereichen aber ungleich bleibt: Frauen sind häufiger in HR- und Finanzfunktionen vertreten, seltener in Profit-and-Loss-verantwortlichen Linienrollen.

Agenturmeldungen wie von ANSA und Berichte großer Zeitungen dokumentieren gleichlautend, dass eine Diskrepanz zwischen formaler Repräsentation in Gremien und realer Entscheidungsbefugnis besteht. Gesetzliche Quotenvorgaben und Governance-Reformen haben die Präsenz in Verwaltungsräten erhöht, doch der Aufstieg in operative Führungspositionen, die Strategie und Tagesgeschäft steuern, verläuft langsamer. Diese Schwäche hemmt die Verbreitung adaptiver Praktiken in italienischen Unternehmen.

Als wiederkehrende Ursachen nennen Studien strukturelle Karrierehindernisse, ungleiche Zuweisung von Care-Aufgaben, eingeschränkte Zugänge zu internationalen Einsätzen sowie Lücken bei gezielter Weiterbildung, Mentoring und rotierenden Funktionsstationen. Praktische Handlungsfelder sind daher gezielte Investitionen in adaptive Kompetenzentwicklung, transparente Talentpools mit messbaren Zielwerten für operative Rollen, bessere Vereinbarkeitsstrukturen sowie Anreize für internationale Erfahrung.

Solche Maßnahmen erhöhen nach übereinstimmender Einschätzung nicht nur die Chancen von Frauen auf operative Spitzenpositionen, sondern stärken zugleich die Fähigkeit von Unternehmen, auf technologische und makroökonomische Schocks flexibel zu reagieren. Die genannten Befunde stützen sich auf die Veröffentlichungen der SDA Bocconi, den Bericht Women in Business 2026 von Grant Thornton sowie auf Berichterstattung und Agenturmeldungen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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