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Italien altert weiter – Zuwanderung lindert, stoppt den Trend aber nicht

Vatican News greift neue Istat-Befunde zur Alterung in Italien auf: Migrantinnen und Migranten sind jünger und stabilisieren kurzfristig, gleichen aber den natürlichen Bevölkerungsrückgang nicht aus.

Der aktuelle Anlass: Am 11. Oktober hat Vatican News die jüngsten Befunde der italienischen Statistikbehörde Istat zur demografischen Lage aufgenommen und die Rolle der Zuwanderung diskutiert. Demnach setzt sich die Alterung der Bevölkerung fort, während Zugewanderte im Schnitt deutlich jünger sind und die Altersstruktur vorübergehend entlasten – ohne die negative natürliche Bevölkerungsentwicklung zu drehen.

Istat weist für den Stichtag Anfang 2026 ein landesweit hohes Durchschnittsalter von über 47 Jahren aus; der Anteil der ab 65-Jährigen liegt bei gut einem Viertel. Die Zahl der ausländischen Residentinnen und Residenten bewegt sich bei rund fünfeinhalb Millionen. Diese Gruppen sind im Mittel jünger als die einheimische Bevölkerung, was die Quote der Erwerbsfähigen kurzfristig stabilisiert. Zugleich bleibt der natürliche Saldo – Geburten minus Sterbefälle – negativ, und die Bevölkerung schrumpft ohne Zuwanderung schneller. Zentrale Kennziffern und Einordnungen hat Istat im Rapporto annuale 2026 gebündelt.

Über Italien hinaus ordnen europäische und nationale Fachstellen die Entwicklung ein. Eurostat führt Italien seit Jahren an der EU-Spitze beim Medianalter. Analysen der Banca d’Italia zeigen in Projektionen: Selbst bei anhaltend positiver Nettozuwanderung bleibt die demografische Schieflage bestehen, solange die Fertilität niedrig bleibt und Abwanderung junger Einheimischer anhält. Das ist eine Prognose, keine Beobachtung, doch sie deckt sich mit internationalen Langfristtrends in alternden Gesellschaften.

Die kurzfristigen Effekte sind messbar: Migrantinnen und Migranten erhöhen den Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter, federn Engpässe am Arbeitsmarkt ab und stützen die Finanzierungsbasis der Sozialversicherungssysteme. Gleichzeitig verläuft die Integration in Beschäftigung, Bildung und Wohnen ungleich. Studien und amtliche Berichte verzeichnen anhaltende Unterschiede bei Armutsrisiken, Qualifikationen und regionaler Teilhabe – Faktoren, die über Produktivität, Löhne und Steuereinnahmen langfristig entscheidend sind.

Für Politik und Verwaltung folgt eine doppelte Aufgabe. Erstens muss das Potenzial der Zuwanderung besser gehoben werden – von Sprach- und Qualifizierungsangeboten über die Anerkennung von Abschlüssen bis zur Steuerung der jährlichen Kontingente im Rahmen des Decreto flussi. Zweitens braucht es eine eigenständige Demographiestrategie: verlässliche Familienpolitik, Ausbau von Betreuung und Ganztag, höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren, Produktivitätsfortschritte und eine aktive Regionalpolitik gegen Abwanderung. Nur die Kombination beider Linien kann die Alterung dämpfen.

Faktenbasis: Die Zahlen stammen aus jüngsten Veröffentlichungen von Istat; Einordnungen und Trends stützen sich auf Auswertungen von Eurostat und der Banca d’Italia.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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