Kurzmeldung
Das Istituto Superiore di Sanità (ISS) hat vorläufige Ergebnisse des Progetto CUORE veröffentlicht, der ab 2023 als Italian Health Examination Survey standardisierte Messungen in zufällig ausgewählten Stichproben der Wohnbevölkerung durchführt. Demnach weisen in der Altersgruppe 35 bis 74 Jahre 49 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen entweder Messwerte im Bereich einer Hypertonie auf oder befinden sich in einer antihypertensiven Behandlung. Die Daten beruhen auf klinischen Messungen und Medikamentenangaben, nicht allein auf Selbstauskünften, und gelten als präzisere Prävalenzschätzung als Umfrageerhebungen.
Als Schwellenwert für erhöhte Blutdruckwerte werden in den Berichten systolische Werte ab 140 mmHg beziehungsweise diastolische Werte ab 90 mmHg genannt; Personen unter antihypertensiver Medikation werden der Gruppe der Betroffenen zugerechnet. Die Analyse weist zugleich auf eine beträchtliche Dunkelziffer hin: Ein signifikanter Anteil der Betroffenen ist sich seines Zustands nicht bewusst oder wird zwar behandelt, ist aber nicht ausreichend eingestellt.
Das Istituto Superiore di Sanità und das Ministero della Salute betonen in ihren Begleittexten die Bedeutung präventiver Maßnahmen: Reduktion des Salzkonsums, Förderung körperlicher Aktivität, Stärkung hausärztlicher Screenings und Programme zur Therapietreue. Auf der Informationsplattform Epicentro werden als zentraler Risikofaktor eine zu hohe Natriumzufuhr und regional differierende Lebensstilfaktoren genannt. Die Ergebnisse sind als vorläufige Zwischenauswertung des Progetto CUORE für den Zeitraum 2023–2024 ausgewiesen; vollständig stratifizierte Regionaldaten und Endberichte sollen mit Abschluss der Erhebung vorgelegt werden.
Für das Gesundheitssystem bedeuten die Befunde einen zusätzlichen Fokus auf Früherkennung und systematische Nachsorge, weil unbehandelte oder unzureichend eingestellte Hypertonie das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt deutlich erhöht. Solange die finalen, nach Regionen und Altersgruppen detaillierten Auswertungen fehlen, sind Aussagen zu Trends oder zur Wirkung einzelner Präventionsprogramme mit Vorsicht zu interpretieren.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).