Wirtschaft

Istat meldet 3,277 Millionen irregulär Beschäftigte in Italien 2024

Italiens Statistikamt beziffert die irreguläre Arbeit 2024 auf 3,277 Millionen Arbeitseinheiten und den nicht beobachteten Sektor auf 218,2 Milliarden Euro beziehungsweise 9,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Rom – In Italien wurden 2024 rund 3,277 Millionen irreguläre Arbeitseinheiten gezählt. Das geht aus der Istat-Veröffentlichung „Economia non osservata nei conti nazionali – Anni 2021-2024“ vom 16. Oktober 2026 hervor. Gegenüber 2023 nahm die geschätzte Zahl um 145.000 zu, ein Plus von 4,6 Prozent. Das Volumen der nicht beobachteten und illegalen Wirtschaft gibt Istat für 2024 mit 218,2 Milliarden Euro an; das entspricht etwa 9,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Istat unterscheidet bei der „Economia non osservata“ mehrere Komponenten: Unterdeklaration von Umsätzen und Einkommen, vollständig unregistrierte Tätigkeiten sowie kriminelle Aktivitäten. Die Komponente, die unmittelbar auf irreguläre Arbeit zurückgeht, beläuft sich 2024 auf 80,3 Milliarden Euro – mehr als im Vorjahr. Innerhalb der Gesamtzahl der irregulären Arbeitseinheiten entfielen laut Istat rund 2,396 Millionen auf abhängig Beschäftigte außerhalb regulärer Meldungen.

Die Schätzungen stützen sich auf die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und darauf aufbauende Modelle. Istat weist zugleich auf methodische Unsicherheiten und schwer abgrenzbare Teilbereiche hin. Fest steht aus Sicht der Statistik: Fehlende Abgaben und Beiträge belasten die öffentlichen Finanzen, verzerren den Wettbewerb und erschweren die korrekte Messung von Produktivität und Wachstum. Besonders betroffen bleiben traditionell Baugewerbe, Gastgewerbe und Landwirtschaft.

Politische und institutionelle Reaktionen verweisen auf stärkere Kontrollen und digitale Vernetzung. Das Nationale Institut für Soziale Fürsorge (INPS) berichtet über neue Indikatoren zur Erkennung von Auffälligkeiten in Meldungen und über eine engere Datenabstimmung mit dem Ispettorato nazionale del lavoro, dem Nationalen Arbeitsinspektorat. Ziel ist es, Scheinselbständigkeit, fehlende Anmeldungen und Unterdeklarationen schneller zu identifizieren und zu sanktionieren. Das Arbeitsinspektorat verweist zudem auf laufende Schwerpunktprüfungen in risikobehafteten Branchen.

Verbände und Interessenvertreter betonen laut ANSA und La Repubblica die Folgen für Löhne, Schutzrechte und Steuermoral und fordern gezielte Präventions- und Aufstiegsprogramme in reguläre Beschäftigung. Prognosen über die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen bleiben jedoch umstritten und hängen von Kontrolldichte, Sanktionspraxis und der Konjunktur ab. Istat liefert mit den aktuellen Zahlen vor allem eine empirische Grundlage: Das Ausmaß der Schattenwirtschaft ist klar beziffert, die Ursachen und regionalen Unterschiede erfordern weitergehende, getrennt belegte Analysen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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