Die italienische Statistikbehörde Istat hat ein Twinning‑Projekt der Europäischen Union zur Stärkung des nationalen Statistiksystems Kambodschas abgeschlossen. Die offizielle Abschlussfeier fand am 9. Oktober in Phnom Penh statt. Das Vorhaben lief 30 Monate und war mit rund 2 Millionen Euro ausgestattet.
Istat koordinierte ein europäisches Konsortium mit den nationalen Statistikämtern Frankreichs (INSEE), Litauens (State Data Agency) und Polens (Statistics Poland); administrativ unterstützt wurde das Projekt von der Società Geografica Italiana. Nach Angaben der Träger zielte das Programm darauf, das Nationales Institut für Statistik Kambodschas (NIS) organisatorisch und fachlich zu stärken – von der Datenerhebung über die Produktion bis zur Veröffentlichung offizieller Statistiken.
Im Projektverlauf wurden etwa 380 Arbeitstage technischer Unterstützung geleistet. Vor Ort fanden elf technische Schulungen statt, ergänzt um sechs Studienbesuche in Europa und ein Praktikumsprogramm bei Statistics Poland. Genannte Ergebnisfelder sind insbesondere bessere jährliche und vierteljährliche Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, verbesserte Verfahren zum Datenaustausch und zur Datenintegration sowie weiterentwickelte Systeme der statistischen Qualitätssicherung.
An der Abschlussveranstaltung nahmen nach Projektangaben rund 150 Vertreterinnen und Vertreter der Regierung Kambodschas, der Europäischen Union, beteiligter Mitgliedstaaten, der Wissenschaft, von Entwicklungspartnern sowie der Zivilgesellschaft teil. Vertreter beider Seiten bekräftigten die Absicht, die Zusammenarbeit fortzuführen, um die erreichten Reformen zu festigen.
Das Twinning‑Instrument der Europäischen Union setzt auf Partnerschaften zwischen öffentlichen Verwaltungen und Fachbehörden, um institutionelle Kapazitäten aufzubauen. Für Kambodscha soll ein leistungsfähigeres Statistiksystem evidenzbasierte Politik, eine verlässlichere Steuerung der öffentlichen Finanzen und transparenteres Monitoring von Entwicklungszielen ermöglichen. Für Istat unterstreicht die Leitung des Konsortiums die Rolle Italiens in der internationalen statistischen Zusammenarbeit in Südostasien.
Aussagen zur langfristigen Wirksamkeit bleiben zum jetzigen Zeitpunkt zurückhaltend. Ob Prozesse und Qualitätsstandards dauerhaft greifen, wird erst Folgeberichte, externe Evaluierungen und die künftige Nutzung der erzeugten Statistiken in Politik und Verwaltung zeigen. Die beteiligten Institutionen verweisen darauf, dass die Fortsetzung der Kooperation entscheidend ist, um Schulungen, digitale Verfahren und Qualitätsrahmen in der Praxis zu verankern.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).