Beim nationalen Treffen der Präfektinnen und Präfekten in Vicenza am 11. September 2026 haben Vertreter der staatlichen Territorialverwaltungen deutliche Personalengpässe beklagt. Sie forderten vom Innenministerium (Ministero dell'Interno, auch Viminale) zusätzliche Planstellen, beschleunigte Einstellungsverfahren und flexiblere Versetzungen zwischen den Regionen. Gastgeberin der zweitägigen Beratungen war die Präfektur Vicenza, getagt wurde im Teatro Olimpico.
Nach übereinstimmenden Berichten standen die gewachsenen Aufgaben der Präfekturen im Mittelpunkt, insbesondere die Koordination von Sicherheitsbehörden, das Management von Migration und Unterbringung sowie der Zivilschutz. Die Präfekten agieren als territoriale Arm des Innenministeriums in den Provinzen und sind Schnittstelle zu Gemeinden, Provinzverwaltungen und Polizeibehörden. Dazu gehört die Abstimmung im Rahmen des Provinzkomitees für öffentliche Ordnung und Sicherheit ebenso wie die operative Koordinierung im Katastrophen- und Krisenfall. Die Teilnehmer verwiesen darauf, dass sich der Aufgabenumfang in den vergangenen Jahren verbreitert habe, während der Personalbestand an Verwaltungsbeamtinnen und -beamten nicht Schritt gehalten habe. Konkrete, landesweit belastbare Zahlen zur Zahl unbesetzter Stellen wurden bei dem Treffen nicht veröffentlicht.
Die Delegierten plädierten laut Veranstaltern und regionalen Medien für ein Bündel an Maßnahmen: Neben zusätzlichen Planstellen fordern sie Anreize, um die Laufbahnen in den Präfekturen attraktiver zu machen, gezielte Fortbildung für Krisenmanagement sowie Verfahren, die temporäre Personalverstärkungen in belasteten Provinzen schneller ermöglichen. Angesprochen wurde auch die Notwendigkeit, Genehmigungs- und Verwaltungsprozesse zu straffen, um Rückstände in Bereichen mit engem Zeitbezug – etwa in Sicherheitsfragen oder bei Notfalllagen – zu vermeiden. Regionale Berichte verweisen zudem auf die besondere Beanspruchung in der Migrationskoordination, wo die Verfügbarkeit kommunaler Unterkünfte unterschiedlich ausgeprägt ist.
Aus Sicht der Präfekten drohen ohne Korrekturen spürbare Folgen für Bürgerinnen und Bürger wie auch für andere Behörden: längere Bearbeitungszeiten, eine geringere Einsatzbereitschaft in akuten Lagen und die Überlastung des vorhandenen Personals. Ob und in welchem Umfang das Innenministerium die Forderungen aufgreift, blieb zunächst offen. Eine Entscheidung würde voraussichtlich sowohl haushalterische Mittel für Neueinstellungen als auch eine Priorisierung zentraler Aufgaben erfordern. In den Unterlagen wird auch der Berufsverband ANFACI genannt, der die Interessen leitender Verwaltungskräfte in den Präfekturen bündelt und die Debatte um Organisations- und Personalfragen fachlich begleitet.
Die Angaben zum Treffen, zum Ort und zu den wesentlichen Forderungen gehen aus Mitteilungen der Präfektur Vicenza und aus Berichten regionaler Medien hervor. Wörtliche Zitate wurden in den verfügbaren Quellen nicht veröffentlicht; Schätzungen oder unbestätigte Zahlenangaben wurden daher nicht übernommen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).