Assofranchising hat in Mailand neue Branchendaten vorgelegt: Dem Bericht zufolge erwirtschafteten Franchise-Systeme in Italien 2025 einen Gesamtumsatz von 39 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten in den Netzwerken stieg auf rund 327.200, was einem Zuwachs von etwa 12 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Die Ergebnisse wurden beim Franchising Summit und auf dem Salone Franchising Milano präsentiert.
Der Verband verweist darauf, dass der Sektor rund 1,7 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Getrieben wurde das Wachstum vor allem von drei Bereichen: dem organisierten Einzelhandel, der Bekleidungsbranche und der Gastronomie. Diese Sektoren generieren zusammen etwa drei Viertel des Gesamtumsatzes. Regional sticht die Lombardei hervor: Sie kam 2025 auf 12,6 Milliarden Euro und damit auf etwa ein Drittel des nationalen Volumens.
Auffällig ist eine zunehmende Effizienz der Strukturen. Die Zahl der Verkaufsstellen blieb mit knapp 62.500 Standorten nahezu stabil. Gleichzeitig legte der durchschnittliche Umsatz je Standort zu, ebenso die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pro Filiale. Für Franchise-Geber und -Nehmer deuten die Daten auf reifere Netze mit professionelleren Abläufen hin.
Zugleich benennt der Bericht strukturelle Bremsen. Als größtes Hindernis gilt weiterhin der Zugang zu Fremdkapital, insbesondere für kleinere Netze und Gründer. Vor diesem Hintergrund kündigten Assofranchising und Banco BPM eine Zusammenarbeit an, die Mitgliedern spezialisierte Kreditprodukte und standardisierte Tragfähigkeitsprüfungen von Geschäftsmodellen bieten soll. Branchenvertreter erwarten, dass eine verbesserte Finanzierung den Markteintritt erleichtert und Investitionen in Digitalisierung und Logistik beschleunigt.
Die Kennzahlen beziehen sich auf das abgeschlossene Jahr 2025 und basieren auf einer Auswertung von Patrigest in Kooperation mit TEHA Group. Die aktuelle Relevanz ergibt sich aus der nun erfolgten Veröffentlichung und Diskussion auf den Mailänder Fachveranstaltungen. Während die Wachstumsraten auf eine robuste Binnenkonjunktur in konsumorientierten Bereichen hindeuten, bleibt die Kapitalfrage zentral für die weitere Expansion. Politisch könnten die Ergebnisse Debatten über gezielte Förderinstrumente für Franchise-Partner, Vereinfachungen bei Garantien und die Rolle von Branchenratings im Kreditprozess verstärken. Prognosen über 2026 hinaus wurden nicht vorgelegt; Aussagen zu künftigen Entwicklungen stammen als Einschätzungen von beteiligten Akteuren, nicht aus amtlichen Statistiken.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).