Wirtschaft

Federturismo-Chef Caputi drängt auf Tourismusreformen für breiteren Wohlstand

Massimo Caputi fordert nach einem Interview in Il Sole 24 Ore eine mittel- bis langfristige Industriestrategie, ein Dekret zur Vereinfachung und den breiteren Einsatz von Contratti di filiera, um Italiens touristische Attraktivität in landesweit…

Der Präsident von Federturismo Confindustria, Massimo Caputi, hat die Regierung und die Regionen zu raschen Weichenstellungen in der Tourismuspolitik aufgefordert. In einem am 26. September 2026 veröffentlichten Gespräch mit Il Sole 24 Ore präzisiert er drei Forderungen: eine mittel- bis langfristige Industriestrategie für den Sektor, ein Dekret zur Verwaltungsvereinfachung bei Investitionen und Betrieb sowie den breiteren Einsatz sogenannter Contratti di filiera. Ziel sei es, die hohe internationale Attraktivität Italiens verlässlich in „weit verteilten Wohlstand“ zu übersetzen, statt nur Besucherzahlen zu erhöhen.

Caputi begründet den Vorstoß mit anhaltend starker Nachfrage, ungleichen regionalen Effekten und Engpässen in Infrastruktur, Arbeitskräften und Planungsprozessen. Der Tourismus müsse politisch ausdrücklich als strategische Industrie behandelt werden. Ein „Decreto semplificazione“ solle Genehmigungen beschleunigen und Doppelstrukturen abbauen. Contratti di filiera – sektorübergreifende Vereinbarungen zwischen Unternehmen, Destinationen und öffentlichen Stellen – sollen lokale Wertschöpfungsketten bündeln, Projekte koordinieren und Finanzierungskanäle öffnen. In anderen Branchen bereits genutzt, werden sie in der Debatte zur Legge di bilancio 2026 für den Tourismus als Instrument zur Stärkung von Qualität und Resilienz diskutiert.

Die Positionen schließen an die interne Agenda von Federturismo Confindustria an. Caputi war am 11. Juni 2026 zum Präsidenten gewählt worden. Auf der Präsidiumssitzung vom 14. September 2026 betonte die Föderation unter dem Stichwort „Nuovi Turismi“ die Notwendigkeit struktureller Maßnahmen, unter anderem für Weiterbildung, Innovation und die Entwicklung weniger bekannter Destinationen. Adressaten sind Ministerien, regionale Verwaltungen und kommunale Träger ebenso wie private Betreiber und Investoren.

Mögliche Folgen: Gelingt die Vereinfachung, verbessern sich Planbarkeit und Kapitalzugang für größere Vorhaben. Contratti di filiera könnten Liefer- und Leistungsbeziehungen professionalisieren, Standards heben und Streueffekte in peripheren Gebieten erhöhen. Für die öffentliche Hand würden Koordinations- und Controllingaufgaben zunehmen; fiskalische Anreize oder kofinanzierte Programme könnten nötig sein. Unternehmen wiederum könnten von klareren Verfahren, geringeren Transaktionskosten und gemeinsamen Vermarktungsstrategien profitieren.

Einordnung und offene Punkte: Caputis Vorschläge sind programmatisch und setzen politische Entscheidungen voraus; Zeitpunkt, Umfang und Ausgestaltung möglicher Maßnahmen sind offen. Konkrete Haushalts- oder Fördersätze liegen nicht vor und wären im Gesetzgebungsverfahren zu klären. Die Aussagen gehen auf Mitteilungen von Federturismo Confindustria sowie auf die Darstellung in Il Sole 24 Ore zurück; offizielle Regierungstexte zur Legge di bilancio 2026 und zu einem künftigen Decreto semplificazione bleiben abzuwarten.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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