Die Federazione Italiana degli Operatori dei Dipartimenti e dei Servizi delle Dipendenze (FeDerSerD) hat am 12. Oktober 2026 eine landesweit einheitliche und kostenfreie Versorgung in den Centri Antifumo gefordert. Nach Angaben der Organisation bestehen zwischen den Regionen deutliche Unterschiede bei Zugang, Leistungsumfang und Zuzahlungen für Raucherinnen und Raucher, die professionelle Unterstützung zur Tabakentwöhnung suchen. Das Fachmagazin AboutPharma berichtete über die erneute Initiative.
FeDerSerD argumentiert, die Ungleichheiten unterliefen nationale Präventionsziele. Gefordert wird eine flächendeckende Bereitstellung evidenzbasierter Behandlungen, einschließlich verhaltenstherapeutischer Angebote und pharmakologischer Unterstützung, ohne direkte Kosten für Patientinnen und Patienten. Als Folgen der derzeitigen Fragmentierung nennt die Organisation eine geringere Inanspruchnahme von Entwöhnungsangeboten in benachteiligten Gebieten und damit vermeidbare gesundheitliche und sozioökonomische Risiken.
Als fachliche Grundlage verweist FeDerSerD auf Analysen des Istituto Superiore di Sanità. Das Institut führt ein nationales Register der Centri Antifumo und dokumentiert seit Jahren eine ungleiche Verteilung der Angebote sowie heterogene Leistungsprofile. In jüngst aktualisierten Fachhinweisen werden Unterschiede bei Ticketregelungen und bei der Verfügbarkeit von Medikamenten zur Unterstützung der Entwöhnung beschrieben. Einzelne Einrichtungen berichten, dass eine kostenfreie Abgabe die Erfolgsquoten und die Reichweite von Programmen verbessert hat. Konkrete, landesweit vergleichbare Kennzahlen wurden in den vorliegenden Mitteilungen nicht genannt.
Politisch berührt die Forderung die Kompetenzverteilung im italienischen Gesundheitswesen. Die Organisation und Finanzierung vieler Leistungen liegen bei den Regionen, während der Staat über Rahmenentscheidungen und Finanzierungsinstrumente Einheitlichkeit herstellen kann. FeDerSerD schlägt daher vor, Mindeststandards national festzuschreiben, das Register der Centri Antifumo zu aktualisieren und die Leistungen in die Livelli Essenziali di Assistenza aufzunehmen. Zudem seien klare Finanzierungszusagen des Ministero della Salute nötig, um Medikamente und Beratungen ohne Zuzahlung zu gewährleisten.
Wie schnell Regelungen vereinheitlicht werden könnten, bleibt offen. Das Ministero della Salute und die Regionen müssten konkrete Umsetzungsfristen, die Auswahl erstattungsfähiger Therapien und Kontrollmechanismen verhandeln. Unstrittig ist aus Sicht der beteiligten Fachleute der überregionale Nutzen: Einheitliche, kostenfreie Angebote der Tabakentwöhnung gelten als Baustein der Krebsprävention und als Hebel zur Senkung künftiger Gesundheitskosten in Italien.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).