Am 30. September berichtet Panorama della Sanità über neue Forderungen von Farmindustria: Der Verband der italienischen Pharmaindustrie mahnt eine Beschleunigung von Innovation und Marktzugang für Arzneimittel in Italien und der Europäischen Union an. Als Begründung nennt der Verband die wachsende Konkurrenz aus den USA und China sowie Standortnachteile durch längere Verfahren und höhere Kosten in Europa. Verbandspräsident Marcello Cattani hatte ähnliche Punkte bereits auf der Assemblea di Farmindustria im Juni 2026 hervorgehoben.
Konkret verlangt Farmindustria verkürzte Genehmigungs- und Erstattungsprozesse und zusätzliche Instrumente, um innovative Therapien schneller zu Patientinnen und Patienten zu bringen. Dazu zählen bessere Rahmenbedingungen für klinische Studien, eine systematischere Nutzung von Real World Evidence sowie steuerliche Anreize für Forschung und Investitionen. Auf nationaler Ebene richtet sich der Blick auf die Agenzia Italiana del Farmaco: Deren Bewertungs- und Erstattungsverfahren sollen laut Verband effizienter und planbarer werden. Der Dialog mit Ministerien und der Aifa laufe, verbindliche Zusagen liegen öffentlich jedoch nicht vor.
Hintergrund der Debatte ist die Sorge, die Europäische Union verliere in der globalen Innovationslandschaft an Dynamik. Farmindustria verweist auf das in den vergangenen Jahren gewachsene Exportprofil der Branche, warnt zugleich vor regulatorischen Hürden und zusätzlichen Belastungen wie dem italienischen Payback-Mechanismus für Arzneimittelausgaben. Aus Sicht des Verbands geht es nicht nur um Unternehmensinteressen, sondern um Versorgungssicherheit und die schnellere Verfügbarkeit wirksamer Therapien im öffentlichen Gesundheitssystem.
Politisch adressiert der Verband eine nationale Strategie für Pharma und Life Sciences, gezielte Förderinstrumente für Forschung und Produktion sowie eine Reform der Erstattungslogik. Strittig bleibt, in welchem Umfang staatliche Unterstützung sinnvoll ist und wie Anpassungen mit Patientenschutz, Qualitätsstandards und Haushaltsdisziplin vereinbart werden können. Behörden und Regierung haben die Notwendigkeit, Verfahren zu beschleunigen, in der Vergangenheit grundsätzlich anerkannt; konkrete neue Maßnahmen wurden im Zuge der aktuellen Berichte nicht im Detail benannt.
Die internationale Dimension bleibt zentral: Während die USA und China mit großen Kapitalmärkten, schnellen Genehmigungen und dichten Innovationsökosystemen punkten, sieht Farmindustria in Italien und der EU Nachholbedarf bei Geschwindigkeit, Verlässlichkeit und Investitionsanreizen. Der Verband versteht seine Vorschläge als Beitrag zu einer industrie- und gesundheitspolitischen Agenda, die Forschung stärkt und den Zugang zu innovativen Arzneimitteln beschleunigt. Prognosen über mögliche Gesetzesänderungen nennt Farmindustria nicht; der weitere Verlauf hängt von Entscheidungen in Rom und Brüssel ab.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).