Eurostat hat am 24. Oktober aktualisierte Tabellen zur Einkommensverteilung veröffentlicht. Demnach ist die Einkommensungleichheit in Italien im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit 2014 gesunken. Trotz des Rückgangs liegt das Land weiterhin über dem Durchschnitt der Europäischen Union. Italienische Medien wie ANSA und Corriere della Sera heben zugleich hervor, dass Kinder und Jugendliche überproportional betroffen bleiben.
Kern der neuen Auswertung ist der Gini-Koeffizient für das verfügbare Äquivalenzeinkommen. Eurostat weist für Italien 2025 einen niedrigeren Wert aus als 2024. Der langfristige Vergleich seit 2014 unterstreicht damit eine statistisch belegte Abschwächung der Ungleichheit. Die Lücke zum Unionsdurchschnitt bleibt jedoch sichtbar, was auf anhaltende strukturelle Schwächen hindeutet.
Der Gini-Koeffizient misst die Verteilung der Einkommen; je höher der Wert, desto ungleicher ist die Verteilung. Bewegungen dieses Indikators können verschiedene Ursachen haben: Arbeitsmarktentwicklung, steuer- und sozialpolitische Maßnahmen, Lohn- und Preisdynamik oder demografische Effekte. Eurostat betont, dass die Daten den Zustand des Jahres 2025 abbilden und länderübergreifende Vergleiche erlauben, ohne nationale Besonderheiten vollständig zu erklärten Ursachen zu verdichten.
Nach übereinstimmenden italienischen Berichten bleibt die Lage junger Menschen problematisch. Minderjährige sind in Italien überdurchschnittlich häufig von Armuts- und Risikoarmutslagen betroffen. Das wirkt auf Bildungswege, Übergänge in den Arbeitsmarkt und die soziale Mobilität. Ergänzende Indikatoren nationaler und internationaler Einrichtungen – darunter Istat und OECD – verweisen seit Jahren auf diese strukturelle Verwundbarkeit, die sich durch regionale Disparitäten und schwache Erwerbsperspektiven in einigen Landesteilen verstärkt.
Politisch rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie die beobachtete Entspannung im gesamtgesellschaftlichen Maß fortgeschrieben und gleichzeitig die besondere Belastung junger Altersgruppen gezielt verringert werden kann. Diskutiert werden in Italien seit Längerem eine verbesserte Kindergrundsicherung, wirksamere Transfers an einkommensschwache Haushalte, Investitionen in frühkindliche Betreuung und Ganztagsangebote sowie arbeitsmarktnahe Maßnahmen für Berufseinsteiger. Ob die jüngsten Verbesserungen beim Gini-Koeffizienten tragfähig sind, wird sich mit der nächsten Datenlieferung zeigen. Klar ist schon jetzt: Ohne anhaltende Fortschritte bei Bildung, Erwerbsbeteiligung und regionaler Kohäsion dürfte die Distanz zum Durchschnitt der Europäischen Union nur langsam schrumpfen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).