Umwelt

EuroBirdWatch am 3. und 4. Oktober: Italien ist Schlüsselstation des Herbstzugs

Naturschützer rufen für das Wochenende zu störungsfreier Vogelbeobachtung auf. Daten von LIPU und ISPRA zeigen die zentralen Routen über Po-Ebene, Adria und Stretto di Messina.

Italien bereitet sich auf das EuroBirdWatch-Wochenende am 3. und 4. Oktober vor. Die Lega Italiana Protezione Uccelli (LIPU) koordiniert landesweit Zählungen und Führungen, um den Höhepunkt des Herbstzugs möglichst flächendeckend zu dokumentieren. Nach Angaben der Organisatoren stehen neben Sensibilisierung für Störungen vor allem standardisierte Erfassungen im Vordergrund.

Die Rolle Italiens als Durchgangsland ist fachlich breit belegt. Das Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale (ISPRA) führt im Atlante della migrazione langjährige Ringdaten und systematische Beobachtungsreihen zusammen. Demnach bündeln sich Routen aus Mitteleuropa über mehrere Hauptachsen: die Po-Ebene mit ihren Feuchtgebieten, adriatische Küstenräume, die Gargano-Halbinsel und die Engstelle der Straße von Messina, das Stretto di Messina. Diese Leitlinien verkürzen Wasser- und Gebirgsquerungen und erhöhen so die Überlebenschancen der ziehenden Vögel.

Als besonders wertvolle Trittsteine gelten großräumige Feuchtgebiete wie das Delta del Po sowie weitere unter Schutz stehende Rastflächen. Dort können Singvögel, Greifvögel und Limikolen Energie vor längeren Weiterflügen auffüllen. LIPU, regionale Verwaltungen und Betreiber von Schutzgebieten berichten zum Ende des Septembers von dichten Durchzügen, die sich in den ersten Oktobertagen fortsetzen dürften. Konkrete Populationsaussagen werden zurückhaltend formuliert: Trendbewertungen hängen von der Auswertung der am Wochenende erhobenen Zähldaten und Ringablesungen durch ISPRA und beteiligte Regionen ab.

Für Besucherinnen und Besucher nennen LIPU und wissenschaftliche Stellen klare Regeln, um Störungen zu vermeiden. Dazu gehören ausreichender Abstand, leise Bewegungen, kein Anlocken durch Ton oder Futter, Verzicht auf künstliche Beleuchtung in Dämmerungsphasen und das Meiden sensibler Rast- und Schlafplätze. Wissenschaftlich belastbare Ergebnisse entstehen durch standardisierte Methoden: koordinierte Zählzeiträume, dokumentierte Beobachtungsstandorte und Beringung durch lizenzierte Stationen.

Wer teilnehmen möchte, findet Anlaufstellen bei lokalen LIPU-Delegationen und kooperierenden Beobachtungsstationen. Genannt werden unter anderem Standorte wie Monte Pizzoc in Venetien oder das Strait Observatory am Stretto di Messina, die wegen ihrer Geländelage hohe Durchzugszahlen erfassen. Organisierte Gruppen achten darauf, Besucherdruck auf empfindliche Bereiche zu steuern und Sichtungen konsistent zu melden.

Aus Sicht des Naturschutzes ist der kurzfristige Anlass mit langfristigen Aufgaben verknüpft. Fachleute fordern den Erhalt und die Wiederherstellung von Rastflächen entlang der Flyways, die Reduktion von Störquellen an Engstellen und die dauerhafte Finanzierung vernetzter Monitoringprogramme. Die Ergebnisse des EuroBirdWatch-Wochenendes sollen in laufende Datensammlungen von LIPU und ISPRA einfließen und Hinweise geben, wo Managementmaßnahmen in Italien vorrangig wirken können.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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