Die Stiftung Eurispes hat ihren Rapporto Italia 2026 vorgelegt. Der Bericht zeichnet ein „neues“ Made in Italy: weg von rein produktions- und exportgetriebenen Nischen hin zu integrierten, wissens- und marktorientierten Wertschöpfungsketten. Zentrale Treiber sind Digitalisierung, neue Kompetenzprofile und eine wachsende Rolle institutioneller Finanzierung.
Eurispes ordnet den Wandel als Rekonfiguration der italienischen Produktionsstruktur ein. Die traditionelle Stärke kleiner, hochspezialisierter Betriebe und einiger exportstarker Leuchtturmbranchen entwickelt sich demnach zu einer heterogeneren Architektur. Branchen wie Mode, Lebensmittel, spezialisierter Maschinenbau und Elektronik integrieren vermehrt technologieintensive Stufen der Wertschöpfung. Der Bericht betont, dass externes Kapital und professionell verwaltete Fonds an Gewicht gewinnen und damit Strategien und Governance vieler Unternehmen verändern.
Als Engpass hebt Eurispes den Arbeitsmarkt hervor. Für die gesamte Made-in-Italy-Filiera veranschlagt der Bericht in einer Projektion zwischen 2026 und 2029 bis zu 900.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Zugleich werden erhebliche Kompetenzlücken genannt, die in vielen Profilen zu Rekrutierungsschwierigkeiten von bis zu 55 Prozent führen sollen. Aus dieser Diagnose leitet Eurispes die Empfehlung ab, Aus- und Weiterbildung gezielt zu stärken und die Verzahnung von Bildungsinstitutionen, Unternehmen und Kammern auszubauen.
In der politischen Dimension verweist der Bericht auf Chancen höherer Wertschöpfung, internationalisierter Geschäftsmodelle und stabilerer Ertragsstrukturen. Zugleich warnt er vor Risiken wachsender Disparitäten zwischen dynamischen Kernclustern und peripheren Regionen, wenn Qualifizierungs- und Investitionslücken bestehen bleiben. Empfohlen werden koordinierte Programme für Schlüsselkompetenzen, Anreize für Forschung und Entwicklung insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen sowie eine Industriepolitik, die privates und institutionelles Kapital zielgerichtet integriert.
Der Bericht trennt Tatsachen, zugeschriebene Bewertungen und Prognosen: Die genannte Beschäftigungszahl ist eine Eurispes-Schätzung für 2026 bis 2029. Aussagen zur Finanzierungsstruktur stützen sich auf Analysen zur zunehmenden Rolle von Fonds und verwalteten Vermögen bis 2024. Der aktuelle Nachrichtenanlass ist die Veröffentlichung des Rapporto Italia 2026; die überregionale Relevanz ergibt sich aus der Breite der betroffenen Sektoren und dem potenziellen Beschäftigungseffekt. Für die italienische Wirtschaftspolitik beschreibt Eurispes damit eine Doppelaufgabe: Kompetenzen zügig aufbauen und Kapitalzugang so ausrichten, dass die Transformation des Made in Italy produktiv und regional ausgewogen verläuft.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).