Politik

Emma Bonino mit 78 Jahren gestorben – Meloni würdigt eine starke Stimme

Die liberale Politikerin und frühere EU-Kommissarin Emma Bonino ist in Rom im Alter von 78 Jahren gestorben. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und die von Bonino mitgegründete Più Europa würdigten ihr Lebenswerk.

Emma Bonino ist am 11. September 2026 in Rom im Alter von 78 Jahren gestorben. Die von ihr mitgegründete Partei Più Europa bestätigte die Nachricht am Freitag. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni würdigte Bonino als „eine starke Stimme der italienischen Politik“. Internationale Medien und italienische Agenturen meldeten übereinstimmend den Tod der langjährigen Abgeordneten, EU-Kommissarin und Außenministerin.

Bonino war am 7. September in das römische Krankenhaus Santo Spirito in Sassia eingeliefert worden. Nach Angaben aus Parteikreisen und ärztlichen Bulletins wurde ihr Zustand zunächst als „delikat, aber stabil“ beschrieben. Am 10. September hieß es, sie habe die Intensivstation verlassen und sei in eine andere Struktur verlegt worden; am folgenden Tag bestätigte Più Europa ihren Tod. Bonino hatte in der Vergangenheit öffentlich über eine Lungenkrebserkrankung gesprochen, die seit 2015 diagnostiziert war. Ob und inwieweit frühere Befunde mit dem aktuellen Verlauf zusammenhingen, blieb zunächst offen.

Die 1948 in Bra geborene Politikerin prägte über Jahrzehnte Debatten über Bürger- und Freiheitsrechte in Italien und Europa. Aus der Radikalen Partei kommend, trug sie in den 1970er Jahren Kampagnen für die Legalisierung der Abtreibung und für Reformen des Familienrechts maßgeblich mit. Später saß sie im Europäischen Parlament und von 1995 bis 1999 in der Europäischen Kommission. In Rom amtierte sie unter anderem als Ministerin für Außenhandel sowie 2013 bis 2014 als Außenministerin in der Regierung Letta. Mit Più Europa setzte sie sich zuletzt für eine vertiefte europäische Integration und liberale Reformen ein.

Aus Regierung, Opposition und Zivilgesellschaft kamen am Freitag zahlreiche Nachrufe. Meloni hob Boninos Beharrlichkeit auch in kontroversen Debatten hervor. Più Europa erklärte, das politische und bürgerschaftliche Engagement der Mitgründerin sei „Richtschnur“ für die Partei. Aus Brüssel und von europäischen Parteien wurden Kondolenzbotschaften angekündigt. Details zu staatlichen Trauerakten oder einer öffentlichen Aufbahrung lagen zunächst nicht vor.

Boninos Tod beendet eine über fünfzigjährige Karriere, die Italiens politische Kultur sichtbar mitgeprägt hat – von Grundrechtsfragen bis zur Rolle Italiens in der Europäischen Union. Der Blick richtet sich nun auf die öffentliche Würdigung ihres Wirkens und auf die Frage, wie die von ihr vertretenen liberalen und proeuropäischen Positionen innerhalb von Più Europa und im weiteren Parteiensystem fortgeführt werden.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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